Melissa Krost (c) Bistum Mainz

„Alles richtig gemacht, das ist tatsächlich mein Weg!“

Melissa Krost
Mo 28. Jan 2019
Alexander Stein
Sie begleiten Menschen auf ihrem Weg, unterrichten Kinder und teilen die frohe Botschaft Jesu: ohne Gemeindereferentinnen und -referenten geht nichts im Bistum. Aktuell bietet das Bistum Mainz Ausbildungsplätze für diesen spannenden und vielseitigen Beruf an - und am 16. Februar gibt's einen Infotag dazu! Melissa Krost (26) aus Langen hat ihre Ausbildung bereits hinter sich und hat uns von ihrem Berufsalltag erzählt.

Frau Krost, Sie sind seit anderthalb Jahren Gemeindereferentin in der Pfarrgemeinde St. Jakobus in Langen. Was genau ist Ihr Job dort?

Ich bin zuständig für die Erstkommunionvorbereitung, bin vier Stunden in der Grundschule, unterrichte eine zweite und eine vierte Klasse im Religionsunterricht, begleite die Menschen in ihrem Glauben, feiere mit Kleinkindern Gottesdienst, betreue die Messdiener, bin auf Freizeiten mit dabei und auch in der Erwachsenenbildung tätig.

Das klingt nach viel Arbeit! Was treibt Sie an in Ihrem Beruf?

Der Beruf gibt mir ganz viel Kraft und Freude! Es macht mir unheimlich Spaß, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die in jeder Lebenssituation sein können, in jedem Alter sein können. Ich erzähle den Menschen von Gott, nehme sie mit in diese Erfahrung mit Gott. Das finde ich einfach wunderschön!

Wenn Sie an Ihre Arbeit denken – fällt Ihnen da eine passende Bibelstelle ein?

Oh ja, meine Lieblings-Bibelstelle! Dass man sein Licht nicht unter einen Scheffel stellen, sondern es nach oben stellen soll, damit alle Menschen es sehen. Das ist ein Stück weit auch das, was mir meine Motivation gibt, weil ich in mir ein großes Gottvertrauen trage und das den anderen Menschen mitgeben oder es ihnen zeigen möchte, ihnen diese Erfahrung ermöglichen möchte.

Melissa Krost und Alexander Stein (c) Bistum Mainz

Sie haben Praktische Theologie an der Katholischen Hochschule in Mainz studiert. Eine lange Ausbildung, den ganzen Tag beten, sich mit alten Sprachen rumschlagen und dann so eine verstaubte Wissenschaft, das sind nur ein paar der Vorurteile, die man so über Theologen und ihr Studium hört. Warum sind Sie es trotzdem angegangen?

Zum einen, weil ich weiß, dass das eben nur Vorurteile sind und zum anderen, weil die Hochschule in Mainz sehr herzlich und offen ist – diese Vorurteile sind kaum ein Thema. Sprachen sind an der Katholischen Hochschule ganz außen vor, der Studienganz heißt „Praktische Theologie“, das heißt, es geht auch überwiegend um Praxis. Wir haben Psychologie, Pädagogik, lauter Dinge, die uns ganz praktisch in diesem Beruf etwas bringen. Es gibt regelmäßige Praktika, die wir später reflektiert haben und da habe ich gemerkt: Wir sind sehr nah dran an dem Beruf, es ist überhaupt nicht theoretisch.

Was ist das Wichtigste, das Sie aus dem Theologie-Studium mitnehmen? 

Auf jeden Fall hab ich die Faszination an der Bibel mitgenommen. Als ich angefangen habe zu studieren, war das für mich ein Buch mit sieben Siegeln und durch die Exegese-Vorlesungen [die Auslegung von Texten des Alten und Neuen Testaments, Anm. d. Red.] habe ich  gemerkt, wie vielschichtig die Texte in der Bibel sind und wie unfassbar viel hinter ihnen steckt  und was sie einem fürs Leben mitgeben können. Und die Gemeinschaft! Wir sind im Studiengang 18 Studierende gewesen, das heißt es war wie eine Schulklassengröße, es gibt keine Kurse wie an der Uni, es ist alles sehr familiär, man geht aufeinander ein, auch die Professoren haben einen guten Draht zu den Studenten, es ist eine richtig schöne Gemeinschaft dort.

Darf man im Theologie-Studium eigentlich Party machen?

Natürlich – auf jeden Fall! (lacht)

Ein großes Thema im Bistum ist der Pastorale Weg, also: Wie sieht die Kirche der Zukunft aus. Wenn Sie frei entscheiden können – wie sieht für Sie persönlich die perfekte Zukunft der Kirche aus?

Ganz anders als heutzutage. Ich würde mir wünschen, dass es keine Pfarreien in dem Sinne gibt: ein Ort mit einer Kirche, einem Pfarrer und einem Gemeindereferenten, sondern dass es alles großflächig vernetzt wird. Heute sind die Menschen mobil, die fahren sowieso für ihre Hobbies von A nach B  und warum soll  man dann nicht mal für ein Angebot in den nächsten Ort fahren. Man könnte zum Beispiel Projektkirchen machen, eine Kirche in einem Ort für die Jugend, eine mit dem Schwerpunkt Familie und so einfach die Standpunkte so individualisieren, dass das richtige Anlaufpunkte für die Menschen werden.

Frau Krost, was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Theologie studiert hätten, wenn Sie nicht Gemeindereferentin geworden wären?

Um ehrlich zu sein, gab’s für mich keine Alternative. Ich hatte mit 14  Jahren bereits den Wunsch, Gemeindereferentin zu werden,  weil ich in einer wunderschönen katholischen Jugend aufgewachsen bin und da gemerkt hab, wie unfassbar cool der Beruf ist, weil er so unfassbar vielseitig ist. Als ich dann zehn Jahre später gesendet wurde im Mainzer Dom, das war schon beeindruckend – da wusste ich: Alles richtig gemacht, das ist tatsächlich mein Weg!

 

Am 16. Februar 2019 bietet das Bistum Mainz einen Info-Tag für alle, die sich für den Beruf des Gemeindereferenten/der Gemeindereferentin interessieren.

Weitere Informationen und zur Anmeldung:

https://gemeindereferenten.bistummainz.de/detail/informationstag-zum-beruf-der-gemeindereferentin/0aec38c0-498c-449c-bc9c-3897b95bdd94?mode=detail

 

Die Katholische Pfarrgruppe Langen Egelsbach Erzhausen ist unter "St. Jakobus St. Josef" ganz neu bei Instagram zu finden:
https://www.instagram.com/st.jakobus_st.josef/?hl=de

 

Das Interview führte Alexander Stein, Social Media Redakteur in der Internetredaktion des Bistums

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28. Jan 2019