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Arbeitnehmer/innen-Empfang des Bistums am Vorabend zum Tag der Arbeit

Datum:
Mo. 21. März 2022
Von:
Hans-Georg Orthlauf-Blooß

„Fünf nach zwölf!“- Pflege (im) Dauer-Notstand!

Zum traditionellen Empfang am Vorabend zum Tag der Arbeit, am Samstag, 30. April, laden das Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz sowie die beiden kirchlichen Sozialverbände Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und das Kolpingwerk ein. Den Anfang macht der Gottesdienst mit Bischof Peter Kohlgraf im Mainzer Dom um 18.00 Uhr.

Gottesdienst im Dom mit Preisverleihung der Pfarrer-Röper-Stiftung

Bronzefigur
Bronzefigur "Caritas" von Karlheinz Oswald

Hauptzelebrant im Gottesdienst ist Bischof Peter Kohlgraf. Konzelebranten sind Pfr. Dr. Friedrich F. Röper, Präses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Diözesanverband Mainz (KAB), Dekan Hans-Joachim Wahl, Bundespräses des Kolpingwerks, Pfr. Harald C. Röper, Ehrenpräses des Kolpingwerkes und Dekan Dieter Bockholt, Präses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Bezirk Main-Rodgau. Diakon ist Hayno A. Bohatschek. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes haben Prof. Daniel Beckmann an der Orgel und der Katholische Kirchenchor und der Chor Klangfarben aus Heidesheim unter Leitung von Andreas Hesping-Barthelmes.

Für besonderes Engagement im Bereich der Ausbildung wird im Dom nach der Beendigung des Gottesdienstes der Preis der „Pfarrer-Röper-Stiftung“ durch Bischof Peter Kohlgraf verliehen.

In Dom und Erbacher Hof gilt Maskenpflicht.  

Vortrag und Diskussion zum Pflege-Notstand

Beim anschließenden Empfang im Tagungszentrum Erbacher Hof wird der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz zum Thema „Fünf nach zwölf!“- Pflege (im) Dauer-Notstand! sprechen. Im Anschluss findet eine Aussprache mit Gästen statt, die Pitt von Bebenburg von der Frankfurter Rundschau moderieren wird.

An der an den Vortrag anschließenden Diskussion nehmen teil:

  • Markus Hansen, Geschäftsführer der Caritas Altenhilfe St. Martin Rheinhessen gGmbH
  • Michael Quetting, ehem. Pflegebeauftragter ver.di Rheinland-Pfalz/Saarland
  • Sybille Pechmann, Examinierte Pflegekraft, Ambulante Altenhilfe, Offenbach
  • Dr. Stefan Sell, Sozialwissenschaftler an der Hochschule Koblenz
  • Ingrid Reidt von der Katholischen Betriebsseelsorge

Der Notstand in der Altenpflege ist ein strukturelles Problem und drückt sich in einem eklatanten Personalmangel aus. Die Bevölkerung wird immer älter. Die Anzahl der hilfsbedürftigen Menschen steigt. Experten rechnen damit, dass im Jahr 2030 je nach Annahmen voraussichtlich 250.000 bis 500.000 Mitarbeitende in der Pflege fehlen werden. Betroffen sind nicht nur die stationären Pflegeeinrichtungen, sondern auch die ambulanten Pflegedienste. Immer öfter werden Pflegekräfte psychisch und physisch aufgerieben; sie drohen wegen ständiger Überlastung (Mehrarbeit, Schichtdienst) auszubrennen. Viele verlassen den Beruf.

Für die Betriebsseelsorge und die Katholischen Sozialverbände liegt die Aufmerksamkeit neben einer fairen Entlohnung besonders auf der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Doch wo sind die Stellschrauben? Wie lässt sich die Spirale der Arbeitsverdichtung zurückdrehen? Wie können die Pflegeberufe, die viel Empathie und Leidenschaft erfordern, für junge Leute wieder attraktiv werden? Reichen die bisherigen Maßnahmen aus? Bedarf es eines Systemwechsels in der Altenpflege und wie könnte dieser aussehen?