Betriebsratvorsitzender Volker Ambach von DB Cargo hatte Orthlauf-Blooß als symbolisches Geschenk ein T-Shirt mitgebracht. (c) bss weissenberger

Brot und Rosen zur Verabschiedung: „Her mit dem ganzen Leben!“

Betriebsratvorsitzender Volker Ambach von DB Cargo hatte Orthlauf-Blooß als symbolisches Geschenk ein T-Shirt mitgebracht.
Datum:
Mi. 30. Nov. 2022
Von:
Maria Weissenberger

Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß in den Ruhestand verabschiedet

„Das kriege ich gebacken“: So heißt es oft umgangssprachlich, wenn es darum geht, etwas zu schaffen, etwas zustandezubringen. Backen kann Hans-Georg Orthlauf-Blooß. Das hat er gelernt, als 14-Jähriger in der Tradition eines über Generationen bestehenden  Familienbetriebs. „Gebacken gekriegt“ hat er aber auch sein Abitur, das er auf dem zweiten Bildungsweg nachholte, als er den Wunsch verspürte, Theologie zu studieren und die Backstube mit dem „Weinberg des Herrn“ zu tauschen. Ende November wurde er mit einer Andacht und einer anschließenden Feier im Kloster Jakobsberg aus dem Dienst im Bistum Mainz in den Ruhestand verabschiedet. Ab 1. Februar 2023 ist er Rentner.

Personalreferent Klaus Baum überreicht die Entlassungsurkunde des Bistums. (c) bss
Personalreferent Klaus Baum überreicht die Entlassungsurkunde des Bistums.

„Gebacken gekriegt“ hat Orthlauf-Blooß in seinen 34 Dienstjahren, zuletzt in der Betriebsseelsorge für die Region Rheinhessen, eine ganze Menge. „Her mit dem ganzen Leben!“ Dieses Motto der Abschiedsfeier – verbunden mit den Symbolen Brot und Rosen, macht deutlich, was ihm in seiner Arbeit am Herzen lag. Das Lied „Brot und Rosen“, Anfang des 19. Jahrhunderts von streikenden Arbeiterinnen gedichtet, ist ihm zwar besonders während seiner Tätigkeit in der Betriebsseelsorge wichtig geworden. Aber dass zu einem menschenwürdigen Leben nicht nur die Nahrung für den Körper gehört, sondern auch „Lebens-Mittel“ für Geist und Seele, das hat in seiner Arbeit immer eine Rolle gespielt. „Es war ein unglaublich bunter Blumenstrauß an pastoralen Aktivitäten“, sagte Diakon Klaus Baum, Personalreferent des Bistums, der Orthlauf-Blooß im Auftrag von Bischof Peter Kohlgraf die Entlassungsurkunde überreichte. Von der Ministrantenarbeit bis zu Ehevorbereitungsskursen, vom Religionsunterricht bis zur Begleitung einer Sozialstation, vom Jugendgottesdienst bis zur Öffentlichkeitsarbeit war er gleichermaßen engagiert. Kaum möglich, alle Arbeitsbereiche hier aufzuführen.

mit Geduld und einer sympathischen Beharrlichkeit

Heike Miehe vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN bedankte sich für das kollegiale Mitenander. (c) bss / ER
Heike Miehe vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN bedankte sich für das kollegiale Mitenander.

Eins machten die Grußworte von Vertreter(innen) aus Gewerkschaften, Betriebsräten, Kooperationspartnern und Kolleginnen und Kollegen jedenfalls deutlich: Was Hans-Georg Orthlauf-Blooß angepackt hat, das tat er spürbar mit Leib und Seele. Nicht zuletzt deshalb hat er es wohl auch an den unterschiedlichsten Stellen „gebacken gekriegt“. Dass er „mit Geduld und einer sympathischen Beharrlichkeit“ ans Werk ging, hat sicher ebenso dazu beigetragen wie die intensive Kontaktarbeit, die ihm der heutige Wormser Dompropst Tobias Schäfer bescheinigt. Als er im Dekanat Alzey/Gau-Bickelheim mit ihm zusammenarbeitete, habe er ihn nicht nur als kompetenten und zuverlässigen Kollegen erlebt, sondern auch als freundlichen, zugewandten Menschen. „Er kannte praktisch alle Ehrenamtlichen namentlich, pflegte enge und gute Kontakte, organisierte ein jährliches Dankeschönfest“, zitierte Klaus Baum aus einem Brief Schäfers. „Er hat eine ungemein gute Menschenkenntnis und ein Geschick, die richtigen Leute an die richtigen Stellen zu holen.“

Langeweile hat er nicht zu befürchten

Das Team der Betriebsseelsorge, im Bild Ingrid Reidt und Michael Ohlemüller, überreicht ein (Un-)Ruhekissen (c) bss weissenerger
Das Team der Betriebsseelsorge, im Bild Ingrid Reidt und Michael Ohlemüller, überreicht ein (Un-)Ruhekissen

Es spricht alles dafür, dass Hans-Georg Orthlauf-Blooß es auch „gebacken kriegt“, den neuen Lebensabschnitt nach der Berufsarbeit zu gestalten. Nicht nur, dass er wieder angefangen hat, Brot zu backen. Er hat schon verraten, dass er sich darauf freut, mehr Zeit für seine Hobbys zu haben: Schreinern, Böden verlegen, Schaukeln für Enkelkinder bauen, die es künftig hoffentlich geben wird. Außerdem wird er sein Engagement bei der Alzeyer Tafel, die er maßgeblich mit aufgebaut hat, auch im Ruhestand fortsetzen. Langeweile hat er also nicht zu befürchten. Und weil bei so viel Aktivität immer auch Pausen wichtig sind, kommt bestimmt auch das Ruhekissen zum Einsatz, das ihm das Team der Betriebsseelsorge zum Abschied geschenkt hat.

Am 1. Februar 2023 tritt Pastoralreferentin Eva Reuter die Nachfolge von Hans-Georg Orthlauf-Blooß in der Betriebsseelsorge an.

Maria Weissenberger