Das Praxisteam (v.l.n.r.) Dr. Claudia Ruppel-Reinfelder, Dr. Gerald Reinfelder, die beiden Auszubildenen Elfi und Farzaneh und Ramona Albrecht am Empfang. (c) bss

Gemeinschaftspraxis Dres. Gerald Reinfelder und Claudia Ruppel-Reinfelder in Offenbach

Das Praxisteam (v.l.n.r.) Dr. Claudia Ruppel-Reinfelder, Dr. Gerald Reinfelder, die beiden Auszubildenen Elfi und Farzaneh und Ramona Albrecht am Empfang.
Datum:
Di. 1. Sep. 2020
Von:
Hans-Georg Orthlauf-Blooß

Die Ausbildung junger Menschen ist dem Ärztepaar Dres. Gerald Reinfelder und Claudia Ruppel-Reinfelder ein wichtiges Anliegen. Beide praktizieren seit 36 Jahren als Zahnärzte in Offenbach. Dabei ließen sie sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen, wenn Jugendliche die Ausbildung nicht durchhielten. Trotz der Enttäuschung sind beide aber davon überzeugt, „dass es für die Region wichtig und notwendig ist, dass Ausbildungsbetriebe erhalten bleiben,“ erklären sie.

Ausbildung ermöglicht Unabhängigkeit und ein selbst gestaltetes Leben

„Hier leben viele junge Menschen mit Migrationshintergrund.“ Damit deren Integration erfolgreich verlaufe, sei eine gute Ausbildung mit Anschlussperspektive unerlässlich, sagen sie. Oft haben diese Jugendlichen „Biss“ schmunzelt Dr. Gerald Reinfelder. „Sie zeigen ein hohes Engagement und Stehvermögen.“ Dr. Claudia Ruppel-Reinfelder hebt dabei auch die Bedeutung einer soliden Ausbildung gerade auch für junge Frauen hervor. Sie ermögliche Unabhängigkeit und ein selbst gestaltetes Leben. „Das ist in anderen Kulturkreisen nicht selbstverständlich“, sagt die resolute Zahnärztin. Beide Zahnärzte sind sich bewusst, dass die Sprache manchmal ein Problem sein könnte, auch Lebensgeschichten mit Brüchen wirkten sich unter Umständen erschwerend aus. Ihre Ausbildungsstrategie habe sich aber gut bewährt. Erfahrung und Menschenkenntnis hätten geholfen.

Zahnmedizinischen Fachangestellte brauchen auch ein gewisses psychologisches Geschick

In Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten befinden sich zwei junge Frauen. Farzaneh, eine junge Iranerin, die nach einem sehr langen Fluchtweg über Afghanistan nach Deutschland kam und die junge Offenbacherin Elfi, die zweisprachig aufgewachsen ist. Sie hat türkische Wurzeln und beide können als Dolmetscherin hin und wieder im Praxisteam mithelfen, damit die Verständigung mit türkischen oder iranischen Patienten funktioniert.

Die Ausbildung stelle auch Ansprüche. Mitarbeitende müssten nicht nur zuverlässig sein, auch ein gewisses psychologisches Geschick sei erforderlich. Hier haben die jungen Mitarbeiterinnen eine wichtige Funktion. Manche Patienten sind ängstlich und aufgeregt. Hier sorgen sie für eine gute Atmosphäre und helfen den Patienten zu entspannen, bevor der Zahnarzt die Behandlung beginnt. Für Elfi und Frazaneh geht es nun in die Zielgerade. Wenn beide ihre Abschlussprüfungen bestanden haben, wollen die beiden Ärzte, sie gehen demnächst in den Ruhestand, ihren Praxisnachfolgern die Übernahme der beiden jungen Frauen ans Herz legen.