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H&M spaltet Belegschaften und verfestigt Benachteiligung

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Datum:
Mo. 8. Feb. 2021
Von:
Betriebsseelsorge

Ein unmoralisches Angebot: diskriminierend, frauenfeindlich, familienmissachtend

Zu den aktuellen Personalabbauplänen bei der Modekette H&M durch ein sog. Freiwilligenprogramm entrüstet sich Betriebsseelsorgerin Ingrid Reidt (Rüsselsheim) in einer heute veröffentlichten Stellungnahme. Es sei ein unmoralisches Angebot: diskriminierend, frauenfeindlich, familienmissachtend und sei von einer völlig inakzeptablen Qualität gekennzeichnet. H&M spalte mit dem Programm Belegschaften und verfestige Benachteiligung.

Erstmals würden im sog. Freiwilligenprogramm offenkundig diskriminierende Auswahlkriterien und Personengruppen genannt, die augenscheinlich störend im Geschäftsmodell sind: junge Mütter und Väter in Elternzeit und Langzeiterkrankte, so die Betriebsseelsorgerin. „Ausgesucht sind genau jene Personengruppen, die H&M wohl per se loswerden will, weil die nötige Flexibilität fehlt. Das ist unredlich und im Grundsatz rechtswidrig. Nicht zufällig tauchen jene Personengruppen auf, die seit Jahren ein Dorn im Auge sind: Vor allem junge Elternteile (nicht selten auch alleinerziehend), die aufgrund ihrer Kinder nicht die gewünschte zeitliche Flexibilität mitbringen. H&M, dessen Gesicht nach außen jung und familienfreundlich daherkommt, möchte sich mit dem aktuellen Programm genau jener Beschäftigten entledigen, die zu ihrer Zielgruppe gehören. Dass auch Langzeitkranken ein Aufhebungsvertrag nahegelegt wird, ist nicht nur unmoralisch, sondern vereitelt im Grundsatz geltendes Recht, dass niemand wegen körperlicher Versehrtheit (§ 3 Grundgesetz) benachteiligt werden darf.“

Download der Stellungnahme der Betriebsseelsorge