Gespräch im ZDF (v.l.n.r.) Dekan Hubert Hilsbos, stellvertr. Chefredakteurin Bettina Schausten, Weihbischof Dr. Udo Martin Bentz, Personalratsvorsitzender Rudolf Gültner und Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß (c) Dominic Gilbert

Impuls für Kirche und ZDF

Gespräch im ZDF (v.l.n.r.) Dekan Hubert Hilsbos, stellvertr. Chefredakteurin Bettina Schausten, Weihbischof Dr. Udo Martin Bentz, Personalratsvorsitzender Rudolf Gültner und Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß
Mo 19. Aug 2019
Hans-Georg Orthlauf-Blooß

Tag der Arbeitswelt im Sendezentrum des ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg

Vertreter aus dem Dekanat Mainz-Süd führten am 8. August gemeinsam mit Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz ein ausführliches Gespräch mit Vertretern der Geschäftsleitung und des Personalrats des Zweiten Deutschen Fernsehens. Der Besuch in der Zentrale des ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg stand im Zusammenhang mit der bischöflichen Visitation im angrenzenden Dekanat Mainz-Süd. Vorbereitet wurde das Gespräch vom Personalratsvorsitzenden Rudolf Gültner und Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß. Aus dem Dekanat nahmen Dekan Hubert Hilsbos, die Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses Andrea Keber, die Leiterin des Katholischen Bildungswerkes Rheinhessen Annette Reithmeier-Schmitt und Dekanatsreferent Dominic Gilbert teil.

„Wir wollen auch hinhören, was die Menschen in ihren verschiedenen Berufen und Arbeitsfeldern bewegt“, umschrieb der Weihbischof das Ziel des Gesprächs. Im Rahmen der Visitation habe er bereits etliche kirchlich Engagierte kennengelernt, die im ZDF arbeiten. Kirche sei kein geschlossenes System, sondern sei Teil der Gesellschaft mit einem klaren Auftrag für die Gesellschaft. Das Leben in den Gemeinden sei geprägt von den Rahmenbedingungen der Arbeitswelt unserer Gemeindemitglieder, sagte der Weihbischof. „Wir spüren das z. B. im Blick auf das Ehrenamt.“ Auch das ZDF als großer öffentlich-rechtlicher Sender habe eine bedeutende gesellschaftliche Verantwortung. Die Kirche stehe ähnlich wie das ZDF vor großen Herausforderungen. Der Rückgang der Ressourcen bei Personal und Finanzen und die Veränderungen in den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erfordere eine neue Fokussierung auch der Pastoral. „Wovon müssen wir uns trennen? Wo können wir neue Impulse setzen?“, umschrieb der Weihbischof die anstehende Aufgabe. Zentral sei auch hier die Frage aus dem „Pastoralen Weg“ im Bistum: „Was brauchen oder was erwarten die Menschen von der Kirche heute, damit sie im Spannungsfeld von Beruf und Familie gut leben können?“ Entschieden stellte Weihbischof Bentz fest: „Wenn wir uns als Kirche diese Frage wirklich ernsthaft stellen, setzt das auch die Bereitschaft von uns voraus, sich wirklich ernsthaft verändern zu wollen.“

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) ist eine der größten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Europas. Gegründet 1964 hat es seinen Sitz seit Ende der 1960er Jahre auf dem Lerchenberg in Mainz. Der öffentlich-rechtliche Auftrag und die Grundlagen sind im ZDF-Staatsvertrag geregelt. Das ZDF finanziert sich durch den Rundfunkbeitrag und Erlöse aus Werbung.

Bettina Schausten, die stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin der Hauptredaktion Aktuelles stellte Parallelen zur Kirche fest. Seit 10 Jahren lasten über dem Sender Sparzwänge und eine ungewisse Zukunft als öffentlich-rechtlicher Sender. Um das Qualitätsniveau in Zeiten des digitalen Wandels halten zu können, sei die Erhöhung des Rundfunkbeitrags dringend notwendig, doch die politische Konstellation gefährde eine Anpassung. So sei der Personalabbau seit vielen Jahren ein immer wiederkehrendes Thema. Auch die veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauer und das Nutzungsverhalten der jungen Generation forderten heraus. Kirche und Sender verbinden die Werte aus dem Grundgesetz, sagte Schausten. Die Zukunft zum Positiven zu gestalten, sei gemeinsame Aufgabe und Herausforderung. In diesem Bemühen müssten „die Guten zusammenhalten“, stellte die stellvertretende Chefredakteurin Bettina Schausten fest.