Siemens-Weihnachtsfeier (c) bss

In Offenbach bleibt das Licht an!

Siemens-Weihnachtsfeier
Fr 22. Dez 2017
Hans-Georg Orthlauf-Blooß

Katholische Betriebsseelsorge sagt Solidarität und Unterstützung zu

Der Industriekonzern Siemens streicht weltweit 6900 Stellen, davon die Hälfte in Deutschland. Auch der Standort Offenbach mit 800 Beschäftigten ist davon betroffen. Unter dem Slogan „In Offenbach bleibt das Licht an!“ fand am 21.12. vor dem Siemens Haupteingang eine „Öffentliche Weihnachtsfeier der Siemens Beschäftigten gegen Arbeitsplatzabbau und Standortschließung“ statt. An der Feier nahmen auch die beiden Betriebsseelsorger Ingrid Reidt und Michael Ohlemüller von der Katholischen Arbeitnehmer/innen und Betriebsseelsorge im Bistum Mainz teil.

 „Dieser Abend ist ein wichtiger Abend. Denn er zeigt noch einmal mehr, wie unternehmerische Entscheidungen massiv in das Leben und das Lebensgefühl von Menschen eingreifen“, erläuterte Betriebsseelsorgerin Reidt in einer Ansprache vor den Siemens-Beschäftigten. „Enttäuschung, Wut und existenzielle Fragen überschatten die Vorfreude auf erholsame Festtage.“ Aber der Abend zeige auch „wie wichtig Solidarität und Widerstand gegen solche Eingriffe sind“. Wir teilen die Empörung über die geplante Standortschließung. Reidt und Ohlemüller sagten ihre uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung zu und brachten Solidaritätsgrüße auch des Katholischen Dekanates Offenbach, der Bundeskommission der Betriebsseelsorge und des Diözesanverbandes der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung.     

Konkret hieße „Weihnachten“ als Anspruch  für die Wirtschaft: Mehr Respekt und Wertschätzung. Mehr Mensch statt Marktgebaren und zu hochgesteckte Margen. Mehr Menschlichkeit in einer oft unmenschlichen Welt, sagte die Betriebsseelsorgerin.  Zur Ermutigung und Stärkung hatten die beiden Seelsorger Ohlemüller und Reidt eine Lampe als Geschenk mitgebracht. „Sie soll Ihnen und Euch als Belegschaft im nächsten Jahr Licht sein, in den Auseinandersetzungen und in finsteren Stunden.“ Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Schülerinnen und Schülern der Mathildenschule Offenbach.