Kolleg*innen von Conti Babenhausen kämpfen seit einem Jahr um den Erhalt des Standortes (c) BSS

Kahlschlag bei Continental

Kolleg*innen von Conti Babenhausen kämpfen seit einem Jahr um den Erhalt des Standortes
Datum:
Mo 28. Sep 2020
Von:
Ingrid Reidt

Beschäftigte aus ganz Deutschland gehen auf die Straße

In der vergangenen Woche wurde öffentlich:

Mehr als 13 000 Arbeitsplätze will der Konzern in den nächsten Jahren abbauen.
Die Presse berichtete.
Neben Frankfurt und Schwalbach sind die Standorte in Karben (Schließung  und  Wegfall von 1088 Stellen) und Babenhausen massiv von dem geplanten Abbau von 2250 Stellen betroffen.

Wolfgang Dittrich (Gesellschaftl. Verantwortung Ev. Dekanat Wetterau) und Ingrid Reidt (c) BSS
Wolfgang Dittrich (Gesellschaftl. Verantwortung Ev. Dekanat Wetterau) und Ingrid Reidt

Im ökumenischen Zusammenschluss mit den ev. Kolleg*innen aus den Dekanaten Wetterau und Vorderer Odenwald sind wir als Kath. Betriebsseelsorge solidarisch und begleiten die Kolleg*innen in der sehr hart geführten Auseinandersetzung um den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Belegschaft von Karben (c) BSS
Belegschaft von Karben

Am Mittwoch, den 23.9.2020 gingen Beschäftigte der des Automobilzulieferers aus ganz Deutschland in Frankfurt auf die Straße. Wir waren dabei.

BSS-Bundeskommission (c) bss
BSS-Bundeskommission

Auch die Bundeskommission der Betriebsseelsorge Deutschland solidarisiert sich uneingeschränkt mit Beschäftigten aller Standorte von Continental angesichts des Kahlschlags seitens der Konzernleitung. Ein Schwerpunkt der Sitzung der Bundeskommission war Ende September 2020 war der Blick auf die geplanten (Massen-)Entlassungen in der deutschen Automobil- und vor allem Automobilzulieferindustrie. Exemplarisch diskutierte die Bundeskommission Möglichkeiten der Solidarität und Unterstützung der Belegschaften am Beispiel von Continental Deutschland.

Das Continental-Management hat im September 2020 unter dem Vorwand der Transformation erneut einen radikalen Abbau von tausenden Arbeitsplätzen, deren Verlagerung in Billig-Lohn-Länder und die Schließung modernster, profitabler Werke wie etwa die Standorte in Aachen und Karben (Hessen) beschlossen. Die Größenordnung der Abbaupläne gleichen einem Kahlschlag. Er missachtet Arbeitnehmerrechte und Beteiligung und vereitelt, dass in der Krisenzeit staatlicherseits vieles getan wird, um Arbeitsplätze zu sichern. Betroffen sind insgesamt 13 000 Arbeitsplätze und zahlreiche Standorte.

Bereits im September 2019, so Betriebsseelsorgerin Ingrid Reidt (Rüsselsheim) wurde die Belegschaft in Babenhausen mit der Entscheidung des Konzerns über den Abbau von mehr als 2500 Stellen von insgesamt 3700 konfrontiert.

Im solidarischen Verbund kämpfen die Belegschaften um Arbeitsplatzerhalt und eine von Mitbestimmung und sozialer Verantwortung geleiteten Transformationsprozess.