Kundgebung Karstadt (c) bss

Solidarität mit den Forderungen der Karstadt-Kaufhof Belegschaften in Mainz und Worms

Kundgebung Karstadt
Datum:
Mo 13. Jul 2020
Von:
BSS-Rheinhessen

Forderung nach Verlängerung der Transfergesellschaft auf 12 Monate

Die Betriebsseelsorge solidarisierte sich mit der Forderung der Beschäftigten von Galeria Kaufhof Karstadt in Mainz und Worms nach dem Erhalt der Arbeitsplätze und der Verlängerung der Dauer der bei einer Schließung einzurichtenden Transfergesellschaft auf 12 Monate. Diese soll den Betroffenen durch Beratung, Schulungen und Training eine berufliche Neuorientierung ermöglichen. In den Kundgebungen vor den Kaufhäusern in Worms (9.7.) und Mainz (13.07.) forderte Betriebsseelsorger Orthlauf-Blooß der Konzern müsse seine soziale Verantwortung zeigen und einen fairen Interessensausgleich anbieten.

Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß, ver.di-Gewerkschaftssekretärin Petra Kusenberg und Betriebsratsvorsitzende Martina Lauenroth (v.l.n.r.) (c) bss
Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß, ver.di-Gewerkschaftssekretärin Petra Kusenberg und Betriebsratsvorsitzende Martina Lauenroth (v.l.n.r.)

Er hoffe, dass die von so vielen vorgetragene Forderungen nach Verlängerung der Transfergesellschaft doch noch einmal Bewegung in die Verhandlungen bringe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hätten z.T. seit Jahrzehnten großen Einsatz für Kaufhof bzw. Karstadt gezeigt und zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beigetragen. „Nun so aussortiert zu werden, kränkt und tut weh!“, sagte er nach Gesprächen mit Belegschaftsmitgliedern. Es sei eine bittere Erfahrung, dass heutzutage die Würde menschlicher Arbeit in immer größerem Ausmaß aus dem Blick gerät, oder einzig als möglichst zu reduzierender Kostenfaktor betrachtet wird. Die Corona-Krise entpflichte nicht von der sozialen Verantwortung. Im Gegenteil. Die Krise verpflichtet in besonderem Maß, die Sorge für die Belegschaft zu tragen, erklärten die Betriebsseelsorger des Bistums in einer gemeinsamen Erklärung.  „Umso nachdrücklicher drängen wir auf einen fairen, respektvollen Umgang mit den Frauen und Männern im Verkauf der beiden Warenhäuser.“ In der Betriebsversammlung bot Orthlauf-Blooß auch weitere Hilfe und Unterstützung der Kirche an.

Auch der Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Hans-Peter Greiner (r.) unterstützte die Kolleginnen und Kollegen bei der Kundgebung (c) bss
Auch der Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Hans-Peter Greiner (r.) unterstützte die Kolleginnen und Kollegen bei der Kundgebung

Ende Juni wurde die harten Sanierungspläne des Kaufhausunternehmens bekannt, zum 31. Oktober über 60 Kaufhäuser des Konzerns, darunter in Worms (ehem. Kaufhof) und in Mainz (ehem. Karstadt) zu schließen. Betroffen sind in Mainz 62, in Worms 30 Mitarbeitende. Der Warenhauskonzern mit 172 Filialen ist schon seit längerem in der Krise, die sich pandemiebedingt noch verschärfte. Durch die Schließung unwirtschaftlicher Filialen sollen die übrigen Filialen erhalten werden können.