Solidaritätsbekundung der Katholische Betriebsseelsorge Südhessen mit den Beschäftigten der Rhenus/ SCR GmbH

Katholische Betriebsseelsorge Südhessen solidarisiert sich mit den Beschäftigten der Rhenus/ SCR GmbH am Standort Rüsselsheim angesichts einer erneuten Entlassungswelle

Mi 29. Mai 2019
Ingrid Reidt

Katholische Betriebsseelsorge Südhessen solidarisiert sich mit den Beschäftigten der Rhenus/ SCR GmbH am Standort Rüsselsheim angesichts einer erneuten Entlassungswelle

Rüsselsheim, 29.5 2019

Die massiven Strukturveränderungen bei Opel sind folgenschwer – unternehmensintern, wie aber auch für Belegschaften und die Beschäftigten direkter Zulieferbetriebe. Aktuell betroffen ist erneut die Belegschaft der Rhenus/SCR GmbH.

Bereits im Herbst 2018 gab es harte Einschnitte und einen massiven Stellenabbau am Standort Rüsselsheim. Über hundert Leiharbeiter und rund hundert langjährige Festangestellte haben ihren Arbeitsplatz verloren. Nun hat die Unternehmensleitung erneut Massenentlassungen angekündigt. Mehr als 100 Beschäftigten droht nun erneut der Arbeitsplatzverlust. Die Belegschaft wird mit dieser Maßnahme noch einmal halbiert.

Als Betriebsseelsorge solidarisieren wir uns mit der gebeutelten Belegschaft und weisen wiederholt auf die höchst prekäre Situation für die Beschäftigten. Für einen großen Teil der Belegschaft ist seine ohnehin nicht üppige Existenzgrundlage gefährdet. Leidtragende der großen Umbrüche in der Automobilindustrie vor Ort sind auch in diesem Fall wieder die oft ungesehenen Beschäftigten der Zulieferbetriebe. Den betroffenen Beschäftigten und ihren Familien gilt unsere uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung im Kampf um ihre Arbeitsplätze.

Als Betriebsseelsorge kennen wir die Sorgen und Zukunftsängste der Menschen in derartigen Situationen. Der Respekt gebietet es, geleistete Arbeit wertzuschätzen, und die Kolleginnen und Kollegen nicht billig abzuspeisen. Wir appellieren an die Akteure in Wirtschaft und Politik, ihre soziale Verantwortung ernst zu nehmen und Sorge dafür zu tragen, dass Arbeitsplätze erhalten werden oder - wenn dies nicht gelingt - zumindest sozialverträgliche existenzsichernde Lösungen für die Beschäftigten zu finden.

Die Menschen haben Wertschätzung und Respekt vor geleisteter Arbeit verdient. Diese drückt sich in der Höhe der Abfindung und einem fairen und sozialverträglichen Sozialplan aus wie auch in der Schaffung neuer beruflicher Perspektive durch Qualifikation.

Als Katholische Betriebsseelsorge Südhessen und als katholisches Dekanat Rüsselsheim bieten wir dem Betriebsrat und den Beschäftigten selbstverständlich unsere Unterstützung zu.

Auch lassen wir nicht darin nach, auch öffentlich darauf zu drängen, dass besonders bei schwierigen betrieblichen Herausforderungen die Sorge um den Menschen im Vordergrund steht.

Ingrid Reidt

Katholische Betriebsseelsorgerin Südhessen