Veränderungen im Weinberg (c) Bistum Mainz / Tobias Blum

Tag der Arbeitswelt im Weingut Mattheis in Alzey

Veränderungen im Weinberg
Fr 8. Apr 2016
Tobias Blum

Veränderungen in der Landwirtschaft im Blick

Einen Einblick in die Arbeit eines Weingutes und die Bedingungen für die Landwirtschaft erhielten die hauptamtlichen Mitarbeiter des Dekanates Alzey/Gau-Bickelheim am Mittwoch, 6. April, bei einem Besuch des Weingutes Matheis in Alzey-Weinheim. Der „Tag der Arbeitswelt" fand im Rahmen der derzeit laufenden Visitation des Dekanates durch den Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, statt.

Das Ehepaar Hildegard und Klaus Matheis stellte den Familienbetrieb vor und erläuterte seine Arbeit beim Besuch eines Weinberges. Weiterer Gesprächspartner war Friedrich Ellerbrock vom Bauern- und Winzer-Verband Rheinland-Pfalz Süd, der auf die Situation der landwirtschaftlichen Betriebe einging. Organisiert wurde der Tag der Arbeitswelt von Hans-Georg Orthlauf-Blooß von der Mainzer Regionalstelle für Arbeitsnehmer/innen- und Betriebsseelsorge.

Landwirtschaftliche Betriebe haben "eine unverzichtbare Stützfunktion" 

Ellerbrock wies darauf hin, dass der Weinbau „sehr stark durchreglementiert" sei und dieses „rechtliche Korsett" viel Energie binde. Auch künftig werde in der Landwirtschaft der Familienbetrieb „zunehmend ergänzt durch Mitarbeiter dominieren". In den Ortschaften hätten die landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt „eine unverzichtbare Stützfunktion". Ellerbrock würdigte ausdrücklich die landwirtschaftliche Familienberatung der Kirchen in Rheinland-Pfalz. „Das ist ein wertvolles Instrument, auch wenn das Angebot nicht immer sofort genutzt wird."

Klaus Matheis wies darauf hin, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg noch 66 Weinbaubetriebe in Alzey-Weinheim gegeben habe, inzwischen seien es zusammen mit den Nebenerwerbsbetrieben nur noch 16. Sein Familienbetrieb bewirtschafte eine Fläche von rund acht Hektar und gehöre damit zu den kleinen Betrieben. Er versuche, den größten Teil seines Weines als Flaschenwein zu vermarkten. „Unsere besondere Nische ist das Privatkundengeschäft in Deutschland." Sein Vater hatte damit begonnen, Weinproben anzubieten und die Kunden dann vierteljährlich zu beliefern. Er selbst komme dabei auf rund 50.000 Kilometer im Jahr. Er sei sich jedoch bewusst, „dass es ein aussterbendes Gewerbe ist, die Kunden auf diese Weise zu bedienen. Wir müssen natürlich den Kontakt pflegen, aber wir müssen nicht auch der Spediteur sein."