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Teilerlass der Kirchensteuer bei Abfindungszahlungen

Steuererklärung
Datum:
Do. 14. Jan. 2021
Von:
Michael Bauer

Der Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet ein einschneidendes Ereignis im Leben. Oft werden bei Personalabbau über Sozialpläne oder auch bei Einzelkündigungen Abfindungszahlungen als Ausgleich für den Arbeitsplatzverlust vereinbart. Diese Zahlungen müssen versteuert werden, unterliegen sowohl der Lohn- als auch der Kirchensteuer (dabei wird die Abfindung auf fünf Jahre verteilt, damit sie nicht komplett in einem Jahr versteuert werden muss; dieses Verfahren heißt Fünftelregelung). Je nach Höhe der Abfindung kann die Kirchensteuer durchaus zu Buche schlagen. Sie beträgt im Bistum Mainz 9% der Lohnsteuer.

Ein Beispiel: Bei einem Bruttojahresgehalt von 45.000 Euro und einer Abfindung in Höhe von 25.000 Euro (gemäß Fünftelregelung auf fünf Jahre zu je 5.000 Euro verteilt) fallen insgesamt 6.730 Euro Lohnsteuer und 605,70 Euro Kirchensteuer (9%) an. Die Abfindung reduziert sich von 25.000 auf 17.664,30 Euro.

Die Kirchensteuer (im Beispiel 605,70 Euro) kann auf Antrag um die Hälfte (im Beispiel 302,85 Euro) reduziert werden. Da die geleistete Kirchensteuer in voller Höhe steuerabzugsfähig ist und sie entsprechend dem Progressionssatz bei der Einkommensteuer die Nettolast mindert, kommt es insgesamt, abhängig von der persönlichen Einkommensentwicklung, zu einer sehr hohen bis fast vollständigen Rückerstattung der Kirchensteuer auf die Abfindungszahlung.

Der Antrag ist formlos an das Finanzdezernat des Bistums zu richten, zusammen mit Kopien des Einkommensteuerbescheids und des Gehaltsnachweises desjenigen Monats, in dem die Abfindung ausgezahlt wurde. Voraussetzung für diesen Teilerlass ist die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche im Bistum Mainz. Auskünfte erteilt Klaus Eckes, Bischöfliches Ordinariat, Finanzdezernat, Tel.: 06131 253 581.

Informationen zum Teilerlass bei Abfindungen