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Unterstützung, Ermutigung und Dank für Fernfahrerinnen und Fernfahrer

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Mo 6. Apr 2020
Hans-Georg Orthlauf-Blooß

„Fernfahrerinnen und -fahrer sorgen dafür, dass der Laden läuft und Lebensmittel zur Verfügung stehen!“

Großen Respekt zollen die Betriebsseelsorger der AG Fernfahrerseelsorge den Lkw-Fahrerinnen und Fahrern. „Du bist für uns unterwegs! Danke für deinen Einsatz“ heißt es in einem jetzt veröffentlichten „Wort für alle, die hinter dem Lenkrad sitzen und uns versorgen“. Die Corona-Krise habe die schwierige Situation vieler Speditionen noch verschärft und der Dumpingwettbewerb zu Lasten der Fahrer nehme wieder zu. Die Leidtragenden seien jetzt besonders die Fahrer, stellen die Seelsorger fest. Viele bangten um ihren Arbeitsplatz, weil die Wirtschaft dramatisch einbreche. Dazu komme die Angst vor dem Virus. Und trotzdem sorgten sie weiter dafür, „dass der Laden läuft und Lebensmittel zur Verfügung stehen“.

Die Versorger der Nation haben ein Recht auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Die Betriebsseelsorge beobachtet mit Sorge, dass im Zuge der Corona-Pandemie in Europa die Lenk- und Ruhezeiten weitgehend freigegeben worden sind. Dadurch steige die tödliche Gefahr von Übermüdung und Sekundenschlaf. Die Raststätten an Parkplätzen entlang den Autobahnen, wo die Fernfahrer ihre Ruhezeiten verbringen müssen, sind geschlossen und auch die anderen erreichbaren Verpflegungsmöglichkeiten z. B. in den Industriegebieten stehen nicht mehr zur Verfügung. Zwar würden die hygienischen Bedingungen laufend verbessert, doch oft stehen die Fernfahrer vor verschlossenen Türen. Die Betriebsseelsorger danken allen, die mit z.T. großen Anstrengungen Duschen, WC und Türen geöffnet halten. Gerade jetzt, appellieren die Betriebsseelsorger, dürfe es nicht sein, dass „die Bedürfnisse der Fahrerinnen und Fahrer missachtet werden“. Die Versorger der Nation hätten ein Recht auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, betonen die Betriebsseelsorgerinnen und Betriebsseelsorger und das nicht nur, weil sie die lebenswichtigen Lieferketten aufrechterhalten, sondern weil hinter jedem Lenkrad ein Mensch sitzt.

„Kirche für Fernfahrer“ ist eine Arbeitsgemeinschaft von Betriebsseelsorgern aus sieben deutschen Bistümern.

Als „Kirche für Fernfahrer“ erklären die Betriebsseelsorger/innen, wollen sie als Gesprächspartner zum Gedankenaustausch und bei der Lösungssuche in schwierigen Lebensfragen zur Verfügung stehen. Die Kontaktdaten der Seelsorger sind auf der auf Website: www.ontour-online.de, dem Online-Ratgeber für Unterwegs der Betriebsseelsorge zu finden. Praktische und verlässliche Links zur aktuellen Situation werden dort auch immer wieder aktualisiert.

„Kirche für Fernfahrer“ ist eine Arbeitsgemeinschaft von Betriebsseelsorgern aus sieben deutschen Bistümern. Mitglieder sind Thomas Braun (Speyer), Hans Gilg (Augsburg), Heike Gotzmann (Freiburg), Norbert Jungkunz (Bamberg), Klaus Käfer (Freiburg), Alexander Kirnberger (München-Freising), Josef Krebs (Stuttgart-Rottenburg), Hans-Georg Orthlauf-Blooß (Mainz), Gianfranco Rizzuti (Freiburg) und Georg Steinmetz (Augsburg).

Seit vielen Jahren fordert die Arbeitsgemeinschaft politische Entscheidungen für menschenwürdige Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsplatz Straße:

  • Faire Löhne, von denen die Fernfahrer gut leben können, auch in der Rente,
  • Respekt an den Be- und Entladestellen, ausreichende, bedarfsgerechte Parkplätze, Sanitäreinrichtungen und Lärmschutz an Rastplätzen,
  • Gesundheitszentren für Fernfahrer an den Logistikknotenpunkten errichten,
  • die TankundRast GmbH rechtlich zur Versorgung der Fernfahrer mit vernünftigen Preisen verpflichten.

Linksammlung für Fernfahrerinnen und Fernfahrer mit Informationen Coronakrise

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Ein Wort für alle

6. Apr 2020