Was auf den Tisch muss! (c) Pixabay

Was auf den Tisch muss!

Was auf den Tisch muss!
Datum:
Mo. 15. März 2021
Von:
Ingrid Reidt

Frauen(-Politik) im Betrieb - Lasst uns reden ....

Engagierte Frauen aus verschiedenen "betrieblichen Branchen", Gewerkschaften und Einrichtungen sprachen auf dem digitalen Gesprächsforum der Betriebsseelsorge am 10.03.2021 über Gender-Gerechtigkeit und über das, was Frauen in Mitbestimmung und Arbeitswelt bewegt:

 

Ergebnis

Es gibt branchenübergreifend strukturelle Benachteiligung von Frauen durch ungerechte Bezahlung, mangelnde Aufstiegs- und Karrierechancen und Vielfachbelastung durch mangelhafte Strukturen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Betriebsseelsorge sieht sich – auch in eigener Sache – der Solidarität und Förderung von Frauen in der Arbeitswelt verpflichtet: Gendergerechtigkeit ist und bleibt drängende Frage der Gerechtigkeit.
Betriebsseelsorgerin Ingrid Reidt startete daher am 10. März 2021 und im Kontext der Internationalen Frauentags ein kleines Experiment: Sie lud interessierte Kolleginnen herzlich ein, gemeinsam über die gegenwärtigen Entwicklungen und über eigenen Erfahrungen ins Gespräch zu kommen.
Für den Einstieg brachten drei geschätzte engagierte Kolleginnen ihre Erfahrungen ein und benannten Aspekte struktureller Benachteiligung von Frauen aus ihrer eigener Branche:
Ein Dank geht an
Hilde Kille, Intensivkrankenpflegerin i.R., eh. Betriebsrätin, Gewerkschafterin,
Tanja Breuhan,
Vorsitzende der GJAV Opel Deutschland, IG Metall- Jugend und
Katja Deusser, Gewerkschaftssekretärin ver.di FB Handel, Frankfurt/Main & Region, eh. (Gesamt-)Betriebsrätin der Fa. Schlecker.  

Teilgenommen am digitalen Forum haben Frauen aus der Automobil- und Metallbranche, Pflege, Handel, Gewerkschaft, Kirche und Politik.  

Der Austausch zeigt deutlich: Es gibt branchenübergreifende Aspekte, die unbedingt zur Verbesserung der Erwerbs- und Lebenssituation von Frauen auf den Tisch müssen.

Was auf den Tisch muss ...

  • Gesetzliche Regelungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Allgemeinverbindliche Tarifbindung und -regelungen besonders in den "einschlägigen Branchen" (z.B. Pflege, Handel)
  • Förderung von Frauen für und in Leitungsfunktionen
  • geregelte, gendergerechte Arbeitszeitmodelle besonders im Einzelhandel und in der Pflege
  • Verbesserung der Kinderbetreuung
  • Verbesserte Weiter- und Ausbildungskonzepte für Frauen mit Kindern
  • Abschaffung von Minijobs und prekären Lohnstrukturen
  • Entlasung der Frauen von Vielfach-Verantwortung
  • Bessere Verteilung der Arbeit, auch der Sorgearbeit

Durch Corona zeigt sich ein Rückschritt der Gendergerechtigkeit
durch ungleiche Verteilung der Sorgearbeit, z.B. Homeschooling zu Lasten der Frauen

Was wir wollen und brauchen:
Stärkere branchenübergreifende Vernetzung von Frauen!

 

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