Betriebsräte stärken, Impulse setzen

BR-Tag-Vorschau (c) Betriebsseelsorge Mainz

Eine Brücke zwischen Arbeitswelt und Kirche zu schlagen, ist das Ziel unserer Arbeit. Dabei wollen wir Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertrungen  stärken. Wir halten mit ihnen Kontakt und unterstützen deren Arbeit, diskutieren branchenübergreifend über Themen und setzen Impulse. Dabei orientieren wir uns an christlichen Wertvorstellungen und der katholischen Soziallehre.
Höhepunkt ist der jährliche Tag der Betriebsräte und der Vorabend zum Tag der Arbeit mit Bischof Kohlgraf.

Der nächste Diözesantag für Betriebsräte ist am 11. September 2019 im Erbacher Hof in Mainz.

Tage der Betriebs, Personalräte und Mitarbeitervertretungen

Betriebsrätetag 2017 (c) Bistum Mainz / Matschak

BR-Tag zum Thema "Mitbestimmung - neu umkämpft!"

Betriebsrätetag 2017
14. Sep 2017
am (MBN)

Diözesantag für Personal- und Betriebsräte zum Thema „Mitbestimmung“

Als ein „hohes Gut und wichtiger Teil unserer demokratischen Gesellschaft“ hat der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, die betriebliche Mitbestimmung bezeichnet, sie sei „gelebte Demokratie im Betrieb“.

„Wichtiger Teil unser demokratischen Gesellschaft“

BR-Tag-Saal (c) bss-utzig
BR-Tag-Saal

Heckwolf äußerte sich anlässlich des traditionellen Diözesantags für Personal- und Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen am Mittwoch, 13. September, im Erbacher Hof in Mainz. Er stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Mitbestimmung - neu umkämpft! Gelebte Demokratie im Betrieb“. Weiter sagte Heckwolf: „Sich für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzusetzen, ist in den vergangenen zehn Jahren nicht einfacher geworden. Es war noch nie einfach. Die jetzigen Stichworte heißen Globalisierung und Digitalisierung.“ Der Domdekan dankte den über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Diözesantages ausdrücklich für ihren Dienst für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Veranstaltet wurde der Tag vom Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz und seinen Regionalstellen. In seiner Begrüßung hatte Richard Kunkel, Betriebsseelsorger aus Bad Nauheim, die betriebliche Mitbestimmung als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet.

In seinem Impulsvortag zeichnete Professor Dr. Wolfgang Schroeder, Politikwissenschaftler von der Universität Kassel, die Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung nach. Seit dem 19. Jahrhundert sei es ihr grundlegendes Anliegen gewesen, den Kapitalismus zu bändigen, ihn zu zähmen und zu gestalten. Betriebsräte seien „wichtige Aktivposten“ in den Betrieben. Es sei allerdings ein „Skandal“ dass es nur in acht Prozent der Betriebe in der Privatwirtschaft einen Betriebsrat gebe. Zugleich werde in den vergangenen zehn bis 15 Jahren beobachtet, dass Betriebsratsgründungen organisiert verhindert würden. Dabei würden hinsichtlich der Globalisierung und Digitalisierung die Betriebsräte vor „neuen Herausforderungen“ stehen: „Denn kaum ein Arbeitsplatz wird bleiben, wie er ist.“ Dem Vortrag schlossen sich Erfahrungsberichte aus Betrieben in Kurzstatements und ein Austausch an.  

Workshops am Nachmittag

Am Nachmittag fanden Workshops statt. Daniel Bremm, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, nahm unter der Überschrift „Zukunft der Mitbestimmung“ die Nachwuchswerbung in den Blick. Die Therapeutin und Unternehmensberaterin Marion Stöcking stellte den „Mensch Betriebsrat“ in den Mittelpunkt ihres Workshops und fragte, wie Arbeitnehmervertreter den vielfachen Erwartungen gerecht werden können. „Zwischen Zugeständnis und Widerstand. Strategien für Verhandlungen mit dem Arbeitgeber“ lautete das Thema der Psychologin und Unternehmensberaterin Magarete Szpilok. Professor Schroe-der ging unter der Überschrift „Mitbestimmung 4.0“ der Frage nach, wie Betriebsratsarbeit angesichts heutiger Herausforderungen aussehen kann.

Schlussimpuls von Ingrid Reidt

Ingrid Reidt, Betriebsseelsorgerin aus Rüsselsheim, sagte in ihrem Schlussimpuls, dass es „in Sachen Mitbestimmung in der Arbeitswelt laut und rau geworden“ sei. „Im lauten Geschrei nach Kostensenkung und Rendite eines sich zunehmend liberalisierenden Marktes wird der Ruf der ,kleinen Leute‘ nach sozialer Gerechtigkeit und Menschlichkeit oftmals übertönt“, sagte sie. Der enorme Druck, der „nahezu über allen Branchen wie ein Damoklesschwert hängt“, lasse kaum Raum für Verständigung und Gespräch. Umso wichtiger sei das, was an jeweiliger Stelle in den Arbeitnehmervertretungen getan werde: „Wir erleben, dass Ihr den Mund aufmacht, wenn Schieflagen entstehen, Rechte missachtet oder über die Köpfe hinweg entschieden wird.“ Weiter betonte Reidt: „Nicht zu schweigen, stellvertretend für andere zu sprechen und einzutreten: Das ist ein zutiefst soziales und auch christliches Tun.“

Hinweis: www.arbeitswelt-bistum-mainz.de

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