Newsletter Januar 2021

Newsletter der Akademie


 

 

Newsletter Januar 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Freundinnen der Akademie!

Unseren ersten Newsletter im neuen Jahr verbinden wir mit den allerbesten Wünschen für Sie und Ihren Familien.

 

Nachruf

Johannes Reiter (c) Archiv KNA

Am 28. 12 2020 starb nach langer, schwerer, mit großer Geduld ertragenen Krankheit im Alter von 76 Jahren der bekannte, langjährige Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologe an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg Universität- Mainz, Prof. Dr. theol. Johannes Reiter. 1984 auf den Lehrstuhl für Theologische Ethik berufen, gehörte Johannes Reiter  zum inneren Kreise der Freunde und Referenten unserer Akademie, der stets mit außergewöhnlichem Engagement bereit war, sich den schwierigen lebensethischen Fragen offen zu stellen und dabei mit prospektivem Blick aus seinem Glauben und seinem Fachwissen heraus zu argumentieren verstand. Er galt  auch als  ein herausragender Experte der Geschichte der Moraltheologie. Reiter war ein hoch angesehener Experte für bioethische Fragestellungen, die er differenziert z.B. in der Herder Korrespondenz regelmäßig behandelte. Kardinal Lehmann holte sich stets sein ausgewogenes, fachmännisches Urteil, auf das er sich verlassen, konnte, ein; aber auch die gesamte Bischofskonferenz konsultierte ihn als engen Berater in allen bioethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen, besonders als Mitglied der Glaubenskommission. Über alle Parteigrenzen hinweg  schätze man Reiter gerade auch durch seine hohe Fachkompetenz, durch sein ausgeglichenes Wesen, seine stete Freundlichkeit und seinen feinsinnigen, nie verletzenden Humor. Er war geschätztes Mitglied der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages und der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer. Von 2004 bis 2014 gehörte er der Internationalen Theologenkommission in Rom an. Die Bundesrepublik Deutschland zeichnete ihn für seine großen Verdienste um das Allgemeinwohl mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Das Team des Erbacher Hofs verneigt sich dankbar vor dem liebenswerten und fachkundigen Theologen Johannes Reiter.

Persönlich verlor ich mit meinem Doktorvater Johannes Reiter, den ich seit 1976 kannte und überaus schätzte, einen guten Freund  und Berater.

Peter Reifenberg

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Aufgrund der angestiegenen Corona-Fallzahlen verzichten wir in den nächsten Wochen weiterhin auf Präsenzveranstaltungen.Die Akademiearbeit geht dennoch weiter und wir empfehlen Ihnen deshalb unsere digitalen Angebote:

Die Veranstaltung Moria. Die geplante Krise an den EU-Außengrenzen. Ein Gespräch mit unserem Bischof Peter Kohlgraf, Norbert Altenkamp MdB, Jana Freudenberger, Bernward Ostrop, Prof. Dr. Gerhard Trabert findet am Freitag, 22. Januar 2021, um 16.00 Uhr online statt. Bitte melden Sie sich hierzu an. Sie erhalten danach den Zugangs-Link zur Teilnahme.

"Bibel lesen digital" aus Jerusalem: Am Dienstag, 9. Februar 2021, 17.00 Uhr, wird allen Bibelfreunden die Möglichkeit geboten, sich mit Fragen und Themenwünschen am Gesprächskreis von Prof. Dr. Ralf Rothenbusch zu beteiligen. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung.

Die geplante Veranstaltung "Einfache Wahrheiten für eine komplizierten Welt ?" am 22. Februar 2021, 19.00 Uhr, können wir ebenfalls in digitaler Form anbieten.

Bitte informieren Sie sich auf unserer homepage, welche Veranstaltungen im Erbacher Hof oder aber als Online-Angebote stattfinden werden. Wir empfehlen auch unseren YouTube-Kanal, auf dem regelmäßig Veranstaltungsmodule der Akademie abgerufen werden können. Darüber hinaus finden Sie uns unter dem Namen "katholischeakademiemainz" auch auf Instagram. Ergänzend zu unserer Homepage gibt es dort aktuelle Informationen zu unserer Akademiearbeit.

Neue Publikationen in der Akademie
Buchcover (c) EBH

Seit Beginn des Jahres können Sie das neue Materialienheft
Macht und Partizipation in der Kirche

Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz und Philipp Müller (Hgg.)
Schutzgebühr in H. v. 5 € im Erbacher Hof oder im Infoladen des Bistums Mainz zu erwerben.

  Maurice Blondel (c) EBH
Maurice Blondel zum 70. Todestag
(+4.6.1949)
L'Action (1893) Die Tat
Eine Phänomenologie der Liebe

1893 erschien Maurice Blondels Erstlings- und Meisterwerk „L’Action“. Die Frage, ob es sich dabei um eine phänomenologische Arbeit handelt, weist auch zurück auf die grundlegende Frage, wie Blondel sich selbst in der Auseinandersetzung mit dem Wissenschaftsverständnis des 19. Jahrhunderts in Frankreich wie der mit der Neuscholastik in der katholischen Theologie und Kirche als Philosoph sah. Der vorliegende Band versucht, den Phänomenbegriff der Action auf die Weise eines schwachen Seinsbegriffs zu entfalten: Erst das ganz persönliche Tun, das Abschließende und Unwiederbringliche der Tat, markiert den Schritt zum Sein. Dabei unterziehen die Beiträge internationaler Forscher die Philosophie Blondels einer sorgfältigen Analyse und fragen nach dem Sinn des christlichen Philosophierens und des christlichen Lebens.
Autoren: Peter Henrici, Brig, Schweiz; Jean Leclercq, Louvain la Neuve, Belgien; Jean Greisch, Paris, Frankreich; Marie-Jeanne Coutagne, Aix-en-Provence, Frankreich; Simine D'Agostino, Rom, Italien; Anton van Hooff, Aachen; Klaus Kienzler, Augsburg; Albert Raffelt, Freiburg, Christoph Theobald SJ, Paris, Frankreich; Juan Carlos Scannone SJ, San Miguel, Argentinien; Peter Reifenberg, Mainz.
Herausgeber: Peter Reifenberg, Prof. Dr. theol. habil., geboren 1956, ist Direktor des Tagungszentrums Erbacher Hof und der Akademie des Bistums Mainz. Er lehrt an der Universität Freiburg.

 

  Buchcover Fastnacht in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft (c) Kißener
Die Fastnacht der nationalsozialistischen "Volkgemeinschaft"
Studien zu Mainz und anderen Regionen
Michael Kißener / Felicitas Janson (Hrsg.)

Die vorliegende Publikation erforscht schwerpunktmäßig die Mainzer Fastnacht in der NS-Zeit. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Nationalsozialismus und zur Mainzer Stadtgeschichte, indem neue Quellen erschlossen und bekannte neu interpretiert werden. Weiterhin prüft sie das historische Forschungsparadigma „nationalsozialistische Volksgemeinschaft". Sie fragt nach den Verhaltensweisen der „närrischen" Volksgenossen in der Festöffentlichkeit der nationalsozialistisch geformten Stadtgesellschaft und ihren Nachwirkungen in der jungen Bundesrepublik. Studien zu weiteren regionalen Hochburgen von Fastnacht und Karneval sowie zur Feierkultur der DDR bieten eine wertvolle Basis für weiterführende Vergleiche.

Mit Beiträgen von: Maylin Amann, Mainz; Marius Ellermeyer, Köln; Felicitas Janson, Mainz; Michael Kißener, Mainz; Michael Kläger, Mainz; Peter Krawietz, Mainz; Marcus Leifeld, Köln; Anna Katharina Lill, Leipzig; Werner Mezger, Freiburg; Markus Raasch, Mainz; Joachim Scholtyseck, Bonn; Frank Teske, Mainz; Uta Zintler, Mainz

Wir verweisen auf die Rezension in der FAZ vom 3. Januar 2021 von Julia Fietz:
Lachen über Göring mit Erlaubnis der SS



Ihnen und Ihren Familien wünschen wir weiterhin gute Gesundheit und Gottvertrauen sowie die Hoffnung, dass diese Zeit des persönlichen Verzichts bald vorüber ist.


Herzlichst grüßt Sie
Ihr
Peter Reifenberg
und Team
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Hier kommen Sie zum Tagungshaus Erbacher Hof