Wort zum Sonntag von Pastoralreferent Christoph Weber-Maikler

Bleibt behütet!

Hut (c) <span>Photo by <a href=https://unsplash.com/@seteph?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText>Allef Vinicius</a> on <a href=https://unsplash.com/s/photos/hat?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText>Unsplash</a></span>
Hut
Datum:
Sa 15. Aug 2020
Von:
Christoph Weber-Maikler

Diesen Wunsch las ich in den Sommerferien an einer evangelischen Kirche an der Ostsee.

„Bleibt behütet“! Das ist wirklich ein Mut machender Gedanke. Nicht nur jetzt in „Corona Zeiten“. Ich denke, er passt immer. Was bedeutet es aber, behütet zu bleiben und zu sein? Interessant ist ein Blick auf das Wort. In behütet steckt das Wort Hut. Hut - das kommt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen und steht für Bewachung, Obhut oder Fürsorge.

Natürlich kann ein Hut noch vieles andere ausdrücken: eine soziale Stellung, ein Amt, das Alter, das Geschlecht oder er ist ein unverwechselbares Erkennungszeichen. Sogar Gefühle von Freude und Schmerz können sichtbar werden. Der Hut kann gewissermaßen eine ganze Person vertreten - und bringt sozusagen alles unter einen Hut.

Auch die Bibel, im Ersten Testament, kennt den Gedanken des Behütet seins. Er findet sich u.a. im Psalm 121, einem Gebet der Wallfahrer, die nach Jerusalem pilgern. Dort heißt es: „Der HERR behütet dich vor allem Bösen, er behütet dein Leben. Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen von nun an bis in Ewigkeit.“

Auf den ersten Blick mag das naiv klingen: Gott darum zu bitten, dass ich vor allem Bösen bewahrt bleibe. Dass mir nichts Bedrohliches geschehen kann. Ist das realistisch? Auf den zweiten Blick wird für mich der Reichtum der gesamten Psalmen deutlich. Darin findet sich die Bandbreite aller Themen menschlicher Existenz. Von der Freude, dem überschäumenden Glück bis zur Sorge, und der Todesangst. Gott kann ich alles sagen, ich kann und darf ihn anklagen, ich darf mit ihm aber auch alle Freude und mein Glück teilen. Darum weiß der Autor des Psalms.

„Bleibt behütet“ ist also Ausdruck tiefer menschlicher Sehnsucht nach Begleitung und Geborgenheit. Das passt zu jeder Lebenssituation: für die vielen jungen Menschen und Lehrer_innen, die ab Montag wieder zur Schule gehen und noch nicht wissen, wie sich alles entwickeln wird und genauso für alle anderen, die sich Gott anvertrauen, weil sie wissen, dass er bei Ihnen ist.