Schmuckband Kreuzgang

30 Jahe Mainzer Hospizgesellschaft

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Mo 18. Mai 2020
Eva Reuter

Von der ehrenamtlichen Hospizinitiative zur ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung aus einer Hand

Die große Jubiläumsfeier am vergangenen  Freitag musste aufgrund der aktuellen Situation leider ausfallen. Dennoch gibt es Grund, an das Jubiläum zu erinnern.

Als sich am 15. Mai 1990 siebzehn Mainzer Bürger in der Cafeteria des damaligen St. Hildegardiskrankenhauses versammelten, um die Mainzer Hospizgesellschaft zu gründen, hätte keiner in den kühnsten Träumen geglaubt, dass dieser Verein 30 Jahre später über 1.800 Mitgliedern hat. Die Mainzer Hospizgesellschaft bietet seither schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihren Familien Hilfe und Begleitung auf der letzten Wegstrecke des Lebens an, wenn möglich zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung.

Zehn hauptamtliche Palliativpflegekräfte kümmern sich umfassend um die Patienten und ihre Angehörigen, damit der Wunsch, bis zuletzt selbstbestimmt in ihrer häuslichen Umgebung bleiben zu können, erfüllt werden kann. Seit 2010 ist das auch für Patienten, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, möglich.

Seit fünf Jahren werden schwerstkranke Kinder- und Jugendliche mit dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Mobile in Mainz, Rheinhessen und dem Vorderhunsrück begleitet. Ehrenamtliche HospizbegleiterInnen, die auf ihren Dienst bei Schwerstkranken und ihren Familien sorgfältig und umfassend vorbereitet werden, unterstützen die Familien, indem sie Zeit zur Verfügung stellen, zuhören, die Angehörigen entlasten und kleine Alltagsbesorgungen erledigen. 

Die Mainzer Hospizgesellschaft hat nicht nur die Situation des sterbenden Menschen im Blick, sondern auch die Situation der Angehörigen. Im Verlauf einer schweren Erkrankung werden sowohl bei den Betroffenen selbst als auch bei ihren Angehörigen, Freunden und Betreuern Trauerprozesse ausgelöst. Beistand für trauernde Menschen ist somit eine wichtige Aufgabe aller Hospizmitarbeiter. Geschulte ehrenamtliche Trauerbegleiter bieten Gespräche in Trauergruppen wie auch Einzelgespräche an. Alle Angebote des Ambulanten Hospizes sind für die Patienten und ihre Angehörigen nicht mit Kosten verbunden. Kosten, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt oder gefördert werden, übernimmt die Mainzer Hospizgesellschaft u.a. aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen sowie kleineren Zuschüssen von Kirchen, Land und Stadt. Die Mainzer Hospizarbeit lebt vom ehrenamtlichen Engagement und von der Spendenfreudigkeit der Bürger, die in dieser Form ihrer gesellschaftlichen Solidarität für die Betroffenen und auch der Wertschätzung für die Arbeit der Mainzer Hospizgesellschaft Ausdruck verleihen. Nicht zuletzt tragen z.B. kostenlose Füllanzeigen in Zeitungen dazu bei, unsere Angebote bekannter zu machen.

Die Vorsitzende, Lieselotte Vaupel sagt: "30 Jahre Hospizarbeit in Mainz sind ein Grund zum Dank an alle, die haupt- und ehrenamtlich, als Akteure und als ideelle oder finanzielle Förderer mit ihren je eigenen Möglichkeiten dazu beigetragen haben, dass unser Traum, unsere Visionen Stück für Stück Wirklichkeit werden konnten." Und der Geschäftsführer Uwe Vilz ergänzt: "
Trotz Corona-Pandemie: wir sind weiterhin für Sie da und erreichbar – heute und auch in Zukunft! Wir sind zuversichtlich, dass wir aus dieser Krisenzeit zwar verändert, aber gestärkt weiterhin schwerstkranke Menschen und ihre Familien unterstützen und begleiten werden. Und spätestens im nächsten Jahr wird sicher unser Geburtstag gefeiert – dann ist es unser „30 + 1 – Jubiläum“!"