Schmuckband Kreuzgang

Pfingsten 2021

GEISTHymnus 2021 (c) Cityseelsorge Mainz
GEISTHymnus 2021
Datum:
Di. 18. Mai 2021
Von:
Michael Baunacke

 

 

Pfingsten 2021

 

< Den roten Faden nicht verlieren >

 

 

 

 

 

„ Warum gibt euch denn GOTT den Geist…? “     Gal 3,5

„ Betrübt nicht den Heiligen Geist GOTTES… “    Eph 4,30

„ Löscht den Geist nicht aus!... “                            1 Thess 5,19

 

Liebe Schwestern und Brüder,

in einer Zeit in der vieles auf dem Prüfstand steht, einer Pandemie, die Selbstverständliches in Frage stellt und uns abnötigt unsere ‚Lebensmittel‘ zu überprüfen,- einer Zeit in der etliche Institutionen sich in einer Krise befinden (Parteien, Verbände, Kirchen…) sind wir herausgefordert nach unseren Grundlagen zu schauen.

Auch in vielen Aspekten des Glaubens braucht es einen ‚Roten Faden‘, der uns hilft, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Betrachten wir die gesamte Heilsgeschichte, so lässt sich tatsächlich ein ‚Roter Faden‘ erkennen:

Das Wirken des Heiligen Geistes durchzieht Altes Testament und Neues Testament. Immer wieder tauchen dieselben Aussagen auf: 

Der Geist schwebt über den Urwassern und erschafft eine Lebensordnung.   Gen 1

GOTT haucht dem Menschen seinen Lebensodem ein.  Gen 2,7

Der Geist verlebendigt das Totengebein und haucht den Lebensatem. Ez 37

Die Einhauchung des Heiligen Geistes sendet die Jünger zum Dienst an Vergebung und Versöhnung.        Joh 20,22

GOTTES ‚langer Atem‘ , der Geist, initiiert immer wieder das neue Leben.

Dieser Gottesgeist zieht sich als ‚Roter Faden‘ der Heilsgeschichte von der Schöpfung bis in die Offenbarung des Endes, zum Geist, der zu den Gemeinden spricht.

Dieser Geist erweist sich als der ‚Rote Faden‘, der alles Lebendige in der Schöpfung miteinander verbindet. Deshalb ist die Natur nicht nur Beiwerk oder Dekoration. Wir sind ein Teil des großen Netzwerkes LEBEN:  Natur und Kultur, Kosmos und Kreation, Mensch und Grashalm , enthalten göttlichen Geist. Auch die Schöpfung seufzt in Erwartung des Offenbarwerdens der Kinder GOTTES. (Röm 8) In alle offenen Fragen, Unwissenheiten , Rätsel und Perspektivlosigkeiten, tritt der Geist GOTTES selber für uns ein mit ’unaussprechlichem Seufzen‘. (Röm 8,2)  Der Geist als unser gemeinsamer Stoßseufzer zum Himmel.           

Dies gilt gerade auch für unsere Zeit, unsere Gesellschaft und unsere Kirchen. Im Klagen über den Reformstau, in Wut und Enttäuschung, seufzt GOTTES Geist mit. In der Pandemie mit ungerechter Verteilung der Impfstoffe auf dieser Erde, mit so vielen Todesfällen und gleichzeitig Verschwörungstheoretikern und Egomanen allerorts, hilft der Geist die Orientierung zu behalten und den ‚Un-Geist‘ zu entlarven. In Quarantäne, in Begegnungsbeschränkungen hilft der Geist bei der kreativen Entwicklung eines ‚Netzwerkes der Liebe und der Solidarität‘.

So viel Geistloses schreit zum Himmel; so viel Hilfloses berührt unser Herz. Da besteht die Gefahr des Rückzuges in die selbstgewählte Isolation oder auf die ‚Insel der Glückseligen‘, die von nichts betroffen, unbeteiligt bleiben.

Die JüngerInnen werden am Pfingsttag aus dem Binnenraum vertrieben. Der unbequeme GOTTESgeist verlangt das Öffnen der Türen und Fenster;- er entflammt die ängstlichen Herzen und erwärmt die Gemüter. Er ermutigt eine neue Kommunikation aufzubauen. Eine neue Sprache erreicht die jeweiligen Zuhörer in ihrem Lebenskontext , auf ihrer Sprachebene.

Der ‚Große Kommunikator‘ bringt Bewegung ins Spiel und lässt die JüngerInnen ihr eigenen Ressourcen erkennen und einsetzen. Was für ein Modell ?!

Liebe Freundinnen und Freunde,

GOTT helfe uns, seinen ‚Roten Faden‘ nie zu verlieren, dem Geist zu vertrauen und dadurch geist-reicher zu leben.

 

„Der Geist der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes.“     Röm 15,13

 

Ganz herzliche Pfingstgrüße und +Segen

                                                                                  Michael Baunacke