Schmuckband Kreuzgang

Das Wichtigste in meinem Leben

"Wort zum Sonntag"

Leidenschaftlich wie ein Bräutigam... (c) Pixabay.com
Leidenschaftlich wie ein Bräutigam...
Datum:
So. 8. Nov. 2020
Von:
Eduard Lucaci

Zum heutigen Sonntag (8. November) hat Pfarrvikar Eduard Lucaci (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (zu Mt 25, 1-13)

Eine Geschichte, die wirklich passiert ist: Einer war eingeladen, Brautzeuge zu sein auf dem Standesamt für eine Braut; der Braut hätte seine Teilnahme viel bedeutet. Er hatte auch zugesagt, dann aber an diesem Tag über Stress und Terminen den Zeitpunkt verpasst. Nichts von dem, was er tat, wäre so wichtig gewesen. Eine halbe Stunde zu spät, und er war unwiederbringlich zu spät. Hochzeiten sind hohe Zeiten, die nicht beliebig wiederholt werden können.

Jesus lädt ein zur Hochzeit. Er sagt, dass es mit dem Himmelreich so ist, wie wenn wir einem geliebten Menschen entgegengehen, um mit ihm oder ihr Hochzeit zu feiern.

Das Motiv kommt in der Heiligen Schrift recht häufig vor. Gott ist der Bräutigam, weil er die Menschen so leidenschaftlich liebt wie ein Bräutigam seine Braut, das heißt unendlich tief und intensiv, sicher, aber doch auch unendlich verwundbar und verletzlich.

Im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, glaube ich, geht es nicht um Willkür des Bräutigams, dass er die Verspäteten nicht mehr einlässt, sondern es geht darum, dass man das Leben nicht stellvertretend durch andere leben lassen kann.

Die törichten Jungfrauen haben nun ihre Lampe zwar unter den Arm geklemmt. Aber sie haben das Öl vergessen. Auf der Ebene steht für Jesus: „das Wichtigste im Leben“.

Was ist das Wichtigste in meinem Leben?

Vielleicht finde ich, dass das Wichtigste in meinem Leben ist, dass ich es nicht nur für mich selber lebe. Vielleicht ist das Wichtigste für mich, die Liebe zu wagen. Dann ist das Gleichnis von den zehn jungen Leuten mein Gleichnis: Es erinnert mich daran, dass ich bereit sein muss, ausdauernd, vorsorgend, statt töricht und kurzsichtig, klug und mit Geduld – und wissend, dass Gott es ist, der mich einlädt, das Leben mit ihm zu feiern wie ein großes Hochzeitsfest, das hier beginnt, wo ich mich aufmache.