Schmuckband Kreuzgang

"Flucht-Truck" machte Station in Rüsselsheim

Flucht-Truck
Flucht-Truck
Fr 14. Jun 2019
David Hüser

Millionen Menschen fliehen weltweit vor Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Trockenheit, Katastrophen, Perspektivlosigkeit und Hunger. Doch ihr Schicksal ist weit entfernt vom Alltag der meisten Jugendlichen in Deutschland. Durch die multimediale Ausstellung im missio-Truck „Menschen auf der Flucht” bekamen nun Schülerinnen und Schüler der Immanuel-Kant-Schule in Rüsselsheim einen Eindruck von der Ausnahmesituation Flucht; insbesondere von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo. Die Schulseelsorgerin der Kant-Schule, Ira Kroker-Schneiders, sowie David Hüser, Dekanatsreferent im katholischen Dekanat Rüsselsheim, hatten die mobile Ausstellung nach Rüsselsheim gelotst.

Insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Kant-Schule konnten die Ausstellung nutzen: Mehrere Klassen wurden jeweils von den pädagogischen Begleitkräften des Trucks zunächst auf das Thema Flucht im Ostkongo vorbereitet, bevor sie sich dann mit den multimedial aufbereiteten Inhalten auseinandersetzten. Klassen und Kurse von der 8. Klasse aufwärts besuchten den Truck, mal die Religionsunterrichts-Klasse, mal der Geschichte-Leistungskurs.

Im Truck steht die Lebensleistung von Flüchtlingen im Mittelpunkt, auch in widrigen Lebensumständen Würde zu bewahren, zu lernen und die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen. Die Besucherinnen und Besucher lernen verschiedene Hilfen kennen, die kirchliche missio-Partner in den betroffenen Regionen leisten: Soforthilfe, Empowerment, Traumaarbeit und Eingliederung in die Gesellschaft. 

Immer wurde dabei der Bogen auch zum Alltag Jugendlcher in Deutschland geschlagen: Der Bürgerkrieg im Kongo dreht sich wesentlich um Coltan-Minen, die wiederum für die Produktion von Handys genutzt wird. Nicht zufällig stand daher auch eine Sammelbox für gebrauchte Handys vor dem Truck, denn umso mehr Coltan wiederverwendet werden kann, um so weniger muss vor Ort abgebaut werden.

Auch die Verbindung zu Flüchtlingen, die in Deutschland leben und möglicherweise ebenfalls unter traumatischen Erinnerungen leiden, im Aufnahmeland aber auch mit Vorurteilen konfrontiert werden, wurde gezogen.

An den Nachmittagen war der Truck für die Öffentlichkeit zugänglich; viele Menschen hatten vom Flucht-Truck bereits gelesen und nahmen sich für die Ausstellung und Gespräche mit den Truck-Begleitern Zeit.