Schmuckband Kreuzgang

Liebeserklärung Gottes

"Wort zum Sonntag"

Ikone der Taufe Jesu (c) Gemeinfrei
Ikone der Taufe Jesu
Datum:
So. 10. Jan. 2021
Von:
Karl Zirmer

Zum heutigen Sonntag (10. Januar) hat Dekan Karl Zirmer (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (zu Mk 1,7-11)

Das Fest der Taufe Jesu kann uns dazu anregen, über unsere eigene Taufe nachzudenken. Gott sagt bei der Taufe Jesu am Jordan zu ihm: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!“ Am Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu steht also die Liebeserklärung des Vaters an seinen Sohn. Indem er dieses Wort hört, spürt er eine Kraft von oben. Das macht ihn fähig, für andere da zu sein, Widerstände und Ablehnung auszuhalten und sogar sein Leben für die Menschen hinzugeben.

Auch unsere Taufe ist eine Liebeserklärung Gottes, weil auch uns das Wort gilt: „Du bist mein geliebter Sohn. Du bist meine geliebte Tochter.“ Er sagt es uns, noch bevor wir persönlich irgendetwas tun konnten oder geleistet hätten. Wir brauchen uns seine Liebe nicht zu verdienen. Er sagt einfach: „Ich mag dich, weil es dich gibt.“ Auch umgekehrt: „Es gibt dich, weil ich dich mag.“ Gibt es etwas Schöneres, das man über den Menschen sagen kann, als eben dies: Du bist geliebt. Du bist angenommen. Du bist gewollt. Von Gott geliebt. Von Gott angenommen. Von Gott gewollt.

Gott hat bei der Taufe „Ja“ zu uns gesagt. Und Er wird dieses „Ja“ niemals mehr zurücknehmen. Weil Gott Ja zu mir gesagt hat, kann auch ich zu mir selber Ja sagen. Weil Gott Ja zu mir gesagt hat, kann ich Ja sagen zu allen Menschen. Weil Gott Ja zu mir sagt, lasse ich mich von ihm herausfordern, mein Leben in die Hand zu nehmen und verantwortlich zu gestalten. Getauftsein ist deshalb Gabe und Aufgabe zugleich. Weil wir von Gott geliebt sind, sollen wir auf diese Liebe mit einem Leben im Geiste Jesu antworten.