Schmuckband Kreuzgang

Geistliches Wort zu Sonntag, 14.06.2020; Pfr. Christoph Hinke, kath. Kirchengemeinde Herz-Jesu, Schotten

Corona Beschränkungen: Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Dekanat schreiben ihre Gedanken

So 14. Jun 2020
Norbert Albert
  • Geistliche Texte aus unserem Dekanat finden Sie jetzt wöchentlich neu
  • Halten Sie den notwendigen Abständen von anderen Menschen in diesen Tagen und bleiben Sie dennoch verbunden in der christlichen Gemeinschaft
  • Impulse zum Mitdenken und Zeit nehmen
  • Gedanken um sie auch an andere Menschen zu verschenken

Worte…

Christoph Hinke (c) Norbert Albert
Christoph Hinke

Am Anfang der Welt sprach Gott: „Es werde“ (Gen 1,3), und es wurde. Die Welt entstand. Was für eine wunderbare Schöpfung, die Gott ins Leben gerufen hat.

Gottes Worte haben ein solches Gewicht, weil sie eine gewaltige Entscheidung sind.

Auch unsere menschlichen Worte sind oft gewaltige Entscheidungen. Für oder gegen etwas. Da reicht ein einfaches „Ja“ oder ein einfaches „Nein“. In den letzten Wochen und Monaten sind besonders viele Worte um ein kleines Virus namens „Corona“ gemacht worden – und werden wohl auch noch in den nächsten Wochen und Monaten gemacht werden. Teilweise ganz unterschiedlich, was da bisher so alles geäußert wurde…

Aber nicht genug der Worte: Was sagen wir auch nicht einfach so vor uns hin…
Wie vieles wird unüberlegt vor uns hergeplappert… Oft wird dabei vergessen, dass unser Gegenüber zuhört, dabei ist, uns ernst nimmt.


Worte jedenfalls, sie haben eine unglaubliche Macht!
Was einmal gesagt ist, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden; es ist ausgesprochen. Es kann nicht mehr zurückgenommen werden.
Es entfaltet seine Wirkung.


Viele Worte, die über Wohl und Wehe von ganzen Menschenmassen entscheiden.
Wie viele Worte gibt es aber doch, die man gerne wieder zurückgenommen hätte.
Wie viele Worte gibt es auch, die sinnloses, leeres Geplapper, waren, sind und bleiben: Es wäre besser gewesen, einfach still gewesen zu sein. „In der Ruhe liegt die Kraft“, so sagt man ja.

Immer wieder werden aber auch so viele sinnlose Worte gesprochen, ob im Kleinen oder Großen. Ob auf der Weltbühne, in der Politik, in der Kirche, oder auch durch uns selbst: im Bekannten- und Verwandtenkreis, auf der Arbeit, in der Nachbarschaft.


Auch Gott spricht immer wieder Worte in unser Leben. Aber es sind keine sinnlosen, leeren Worte. „Es werde!“

Doch bald schon sprach der Mensch: „Die Schlange hat mich verführt.“ Der Sündenfall. Die Schöpfung ist verwundet: Alles ist der Vergänglichkeit unterworfen. Der Mensch muss sterben, alles Natürliche vergeht.

Gottes Wort bleibt. Sein „Ja“ zur Welt.

„Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens; vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden.“ (Hebr 4,12-13)

Gott spricht Worte des Heiles und des Lebens. Es will uns Richtschnur, Maßstab und Hilfe sein.

Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.“ (Ps 119,105)

Gott spricht Worte, die er nicht wieder zurücknimmt. Es braucht nur ein Wort von ihm, um uns zu helfen.
Bitten wir ihn um dieses Wort, das Jesus Christus heißt! Er ist Heil und Leben für uns und für die ganze Welt.

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ (Joh 1,1)

Die Gnade und der Frieden, die Erlösung und das Heil, das Wort der Vergebung und des Neuanfangs: Jesus Christus selbst möge es in IHR Leben rufen! Das wünsche ich Ihnen von Herzen – nicht nur aber gerade auch in einer Zeit wie der sogenannten Corona-Krise!