... persönlich: Pfr. Tobias Roßbach

Der Pfarrer mit den vier "M's"

Pfarrer Tobias Roßbach, Butzbach (c) Tobias Roßbach
Pfarrer Tobias Roßbach, Butzbach
Datum:
Mi. 28. Juli 2021
Von:
Pfr. Tobias Roßbach

Tobias Roßbach ist seit fast drei Jahren Pfarrer in Butzbach und einer der beiden Projektleiter auf dem Pastoralen Weg für die künftige Pfarrei Nord. Im Fragebogen verrät er seine Berufung mit den vier "M's": Man muss Menschen mögen.

Persönlich: Name, Alter, geboren/aufgewachsen in....

  • Tobias Roßbach
  • 53 Jahre
  • Pfarrer von Sankt Gottfried Butzbach
  • Geboren in Mannheim, aufgewachsen in Wald-Michelbach im Odenwald

Charakterisieren Sie Ihre Gemeinde

Sankt Gottfried ist eine Gemeinde mit hohem ehrenamtlichen Engagement. Trotz der Verortung in einer Kleinstadt ist sie überschaubar. Durch die Corona-Situation hat sie sich insofern verändert, dass auch Menschen von außerhalb des Pfarreigebietes kommen.

Was ist Ihre innere Motivation, dass Sie glauben?

Der christliche Glaube gibt meinem Leben Halt und Richtung. Er trägt mich in allen Lebenssituationen und gibt mir Antworten auf existentielle Fragen. Diesen Glauben möchte ich mit anderen Menschen teilen und versuchen, sie bei der Suche nach ihrem Glauben zu unterstützen.

Was ist für Sie persönlich Ihre Berufung?

Es sind die vier „Ms“: Man muss Menschen mögen. Aus dieser Haltung heraus Menschen in dem Glauben zu stützen und zu begleiten, dass sie sich bedingungslos in allen Lebenslagen von Gott geliebt wissen dürfen, ist die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann.

Wer oder was hat Sie geprägt?

Die grundlegende Prägung habe ich durch meine Eltern erfahren, die mir ein Christentum vorgelebt haben, das die Wertschätzung und den Respekt vor jedem Menschen in den Mittelpunkt stellt. Im religiösen Bereich war es dann auch vor allem meine Urgroßmutter, die mir die Praxis des katholischen Lebens vermittelt hat. Meine Verwurzelung in der Heimatgemeinde, die ich fast schon als Teil meiner Familie erfahren habe, war ein weiterer wichtiger Aspekt in meinem Glaubensleben.

Was fasziniert Sie an Jesus Christus?

Er ist Gottes menschliches Antlitz, er ist ein Gott zum Anfassen, der mir persönlich in allen Lebenslagen nahe ist. Das hat seinen Grund darin, dass ihm selbst nichts Menschliches fremd war. Er ist der mitfühlende, der mitleidende Gott. Auf IHN kann ich mich verlassen.

Was hat sich in den letzten 7 Jahren in der Kirche geändert?

Vor sieben Jahren wurde ich zum Diakon geweiht, vor sechs Jahren zum Priester. In dieser noch recht kurzen Zeit meines Dienstes für die Kirche haben kirchliche und gesellschaftliche Erosionsprozesse noch einmal an Tempo zugelegt. Alte Selbstverständlichkeiten sind mittlerweile fragwürdig geworden, Kirche wird oft nur noch als Dienstleister unter vielen anderen wahrgenommen. Unter diesen veränderten Vorzeichen tatsächlich dem Reich Gottes zu dienen und nicht einfach nur zu „bedienen“, stellt eine große Herausforderung dar.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie ins Dekanat kamen?

Vor der Übernahme der Pfarrstelle in Butzbach war ich drei Jahre Kaplan in Langen. Hier hatte ich die Gelegenheit, alle Bereiche der Seelsorge gründlich kennenzulernen. Auch erste Grundlagen in den Verwaltungstätigkeiten, die für einen Pfarrer von Belang sind, konnte ich mir aneignen. Vor diesem Hintergrund und weil ich schon über 50 war, hatte ich den Wunsch an die Bistumsleitung herangetragen, bereits früher als üblich eine Pfarrstelle zu übernehmen. Diesen Dienst mache ich seit fast drei Jahren und tue ihn gerne.