Schlusskonferenz der Visitation im Dekanat Wetterau-West durch Weihbischof Bentz

Wir müssen noch anschaulicher und breiter informieren

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Schlusskonferenz Wetterau-West
Di 11. Dez 2018
Tobias Blum (MBN)

„Wir müssen von Mainz aus noch anschaulicher und breiter über den anstehenden Pastoralen Weg im Bistum Mainz informieren.“ Das sei eine wichtige Erkenntnis, die er aus den Begegnungen während der Visitation des Dekanates Wetterau-West mitnehme, sagte der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz am Donnerstag, 6. Dezember, bei der Schlusskonferenz im Dekanat Wetterau-West mit den Hauptamtlichen im Albert Stohr-Haus in Friedberg.

Es werde eine wichtige Aufgabe sein, den Haupt- und Ehrenamtlichen „die neue Art des gemeinsamen Kircheseins“ zu kommunizieren, sagte Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist. „Die Haupt- und Ehrenamtlichen müssen als Multiplikatoren auf diesem Weg gut informiert sein.“

Bentz warb dafür, sich in die Beratungen zum Pastoralen Weg einzubringen und kündigte an, dass es im kommenden Jahr erste Arbeitsaufträge für die Dekanate geben werde. Dazu werde es dann noch eigene begleitende Veranstaltungen in den Dekanaten geben. Der Weihbischof hatte die Einrichtungen des Dekanates seit August visitiert und an 22 Visitationstagen rund 160 Termine mit Besuchen und Einzelgesprächen gehabt.

Der Weihbischof betonte, dass auch die Sorge um das Ehrenamt noch stärker in den Blick genommen werde. Teilweise sei „eine Angst vor einer Überforderung des Ehrenamtes im Rahmen des Pastoralen Weges spürbar gewesen“. Und weiter: „Das Ehrenamt soll künftig nicht eine Ersatzlösung für Hauptamtliche sein. Vielmehr geht es darum, die Taufberufung des Einzelnen zu betonen.“ Im Rahmen des Pastoralen Weges würden außerdem die Aktivitäten der Kirche auch außerhalb der klassischen Pfarreien an Bedeutung gewinnen. Im Dekanat Wetterau-West habe er etwa „beeindruckende Beispiele“ für katholische Kindertagesstätten als „pastorales und missionarisches Feld“ sowie „Lebensort von Gemeinden“ erfahren dürfen.

Der Hessentag im Jahr 2020 in Bad Vilbel werde ein wichtiger Ort kirchlicher Präsens auch für die Nachbarpfarreien von Bad Vilbel sein, sagte Bentz. „Es liege großen Chancen darin, dort als Kirche Präsenz zu zeigen. Die Begrüßung hatte der Dekan des Dekanets Wetterau-West, Pfarrer Stefan Wanske, übernommen. Im Anschluss feierte Bentz gemeinsam mit den Teilnehmer eine Vesper in der Marienkirche.

Im Dekanat Wetterau-West leben rund 51.000 Katholiken. Dekan ist Pfarrer Stefan Wanske aus Friedberg; stellvertretender Dekan ist Pfarrer Thomas Korfmann aus Nidderau. Pastoralreferent Andreas Münster ist im Dekanatsbüro in Bad Nauheim als Dekanatsreferent tätig. Dort befindet sich auch die Katholische Jugendzentrale für die Dekanate Wetterau Ost- und -West. Zum Dekanat gehören unter anderem auch das Haus St. Gottfried in Ilbenstadt und die St. Lioba-Schule in Bad Nauheim, darüber hinaus unter anderem verschiedene Caritas-Einrichtungen, das Katholische Bildungswerk Oberhessen, die Betriebsseelsorge sowie das Regionalkantorat Oberhessen, die Klinik- und Altenheimseelsorge, die Gefängnis-, Polizei- und Notfallseelsorge und die Arbeitsstelle für Religionspädagogik in Bad Nauheim.

Am Abend diskutierte Weihbischof Bentz mit den Räten des Dekanates, den Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte und den ehrenamtlichen Mitgliedern des Dekanatsrates. Das große Interesse an der Zukunft der Kirche war in den vielen Fragen an den Weihbischof zu spüren: Wie wird der „Pastorale Weg“ strukturiert? Welche Verantwortung hat die Dekanatsebene? Wie verhindert man Überforderung? Welche Unterstützungen bietet das Bistum an? Dabei klang durchaus auch Sorge durch, aber viel stärker war zu erkennen, dass man gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen will.