„Zeichen der Nähe“–

Ursula Rettinghaus, Gemeindereferentin in der Katholischen Pfarrgruppe Karben

Ursula Rettinghaus (c) Dekanat Wetterau-West
Ursula Rettinghaus
Fr, 1. Feb 2019
Ursula Rettinghaus

„Zeichen der Nähe“– eine Blume – ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel, ein Kleidungsstück, das noch nach dem Menschen riecht, der nicht mehr in meiner Umgebung lebt.

„Zeichen der Nähe“– eine Blume – ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel, ein Kleidungsstück, das noch nach dem Menschen riecht, der nicht mehr in meiner Umgebung lebt. Das Bewusstsein das dies „unser“ ist, diese Erfahrung, die ich nur mit diesem Menschen teile. Der Gedanke ist schön, lässt mich schweben auf eine andere Ebene kommen.

Genauso kann dieses Bild auch negativ sein, Erfahrung, die keine gute Erinnerung hervorrufen, ein Duft, ein Geschmack, ein Klang und schon steht das Drama von einst wieder im Raum. Davon kann man sich sehr schwer freimachen. Dazu braucht es vielleicht auch Therapien. Gutes wie Schlechtes gibt es immer wieder, das ist die Erfahrung der Menschheit. Die Frage, warum machen manche Menschen mehr negative Erfahrungen als andere, müssen Schicksale aushalten? Die Frage steht immer vor mir wenn ich zu trauernden Angehörigen komme. Ich habe keine Antwort.

Im Gespräch finden wir dann Erinnerungen, Gegenstände, Situationen und Reaktionen. Dann erkennen wir: das sind „Zeichen der Nähe“! Sie sind ganz privat und unvergleichbar da sie die ureigene Beziehung aufzeigen. „ Zeichen der Nähe“ sind unvergleichlich kostbar. Wir können diese auch bewusst uns gegenseitig schenken. Jetzt ist Februar, Es steht der Valentinstag vor der Tür und viele nehmen ihn zum Anlass Zeichen der Zuneigung zu verschenken. Das ist gut, das schenkt Wertschätzung. Das sagt: Dir will ich ein Zeichen geben, dass ich in Deiner Nähe bin und dich nicht verlasse.

Zeichen der Nähe kennen wir auch im Glauben, unser Gott ist da. Immer!

 

Ursula Rettinghaus, Gemeindereferentin in der Katholischen Pfarrgruppe Karben