ÜBER DEN ERBACHER HOF

Erstmals im Jahr 1177

als Stadthof des berühmten Zisterzienserklosters Eberbach im Rheingau (gegr. 1135) urkundlich erwähnt, wurden Abtei und Stadthof in der Säkularisation 1803 aufgelöst und befanden sich seither in Privatbesitz. Nach dem Ankauf des Geländes durch das Bistum Mainz im Jahre 1969 erfolgte dann der Wiederaufbau. Von 1977 an diente der Altbau des Erbacher Hofs als Tagungszentrum. 1988 wurde der Neubau eröffnet und seit 1998 wird der Erbacher Hof als Akademie des Bistums Mainz geführt.

2014 und 2015 komplett renoviert

erstrahlt das Haus in neuem Glanz ohne dabei die ursprüngliche Architektur zu vergessen. Die individuellen Möbel der Zimmer wurden weitestgehend erhalten und durch neue Elemente ergänzt. Die Beleuchtung wurde erneuert und entspricht den heutigen Anforderungen. Alle Tagungsräume sind mit neuester Tagungstechnik ausgestattet und unsere neue Lounge lädt zum Verweilen ein. waren, sich direkt wieder heimisch und wohl fühlen werden. Als neuer Besucher finden Sie ein Haus vor, das modern ist, sich aber durch seine besondere Architektur und Einrichtung von der Masse unterscheidet und zum Verweilen einlädt.

4 Bilder

Ein Architektenhaus

Stadt in der Stadt

„Ich will darüber schreiben, welche Gedanken mir im Laufe der Jahre kamen, in denen ich an dieser Bauaufgabe gearbeitet habe. Diese Gedanken mögen dem Leser vielleicht etwas kraus erscheinen, so, wie auch das fertige Bauwerk manchem etwas kraus erscheinen mag…….

……. Als die Aufgabe uns übertragen wurde, im Jahre 1974 war meine erste Erkenntnis: „Dies wird eine Stadt in der Stadt.“

„Es war die Wucht der alten Stadt, es war die Dichte der Straßen, der Häuser, der Kirchen des alten Mainz', die unmittelbar an dieses Bauwerk anstoßen, die es geradezu bedrängen. Es war die Schönheit dieses alten Mainz', die Enge, die Winkeligkeit, das Auf und Ab der Traufen und Dächer, die mich bedrängten. Hier sollte sich dies alles, was man uns auftrug neu zu planen, einfügen - in diese geradezu „lebendige" Fülle alter Hausgestalten und Baugebilde der Vergangenheit“

So beschreibt der Architekt Lothar Willius die vor ihm liegende Aufgabe. Weiter führt er aus:

„Ich sagte mir: man muss geführt werden, die Raumfolgen müssen mich lenken - wohin?

Zu den Treppen, zu den Sälen, zu den wichtigen Punkten des Hauses. Und unterwegs muss es möglich sein, dass ich abgelenkt werde, dass mein Blick hängen bleibt an einer Ecke, einem Vorsprung, einem Winkel, der mich veranlasst, zu verweilen oder einen anderen Weg zu gehen, zu anderen Räumen. Es muss Überraschungen geben, unvorhersehbare Blicke nicht nur im Inneren, etwa von einem Flur, von einer Empore hinab in den Saal, Blicke auch nach draußen. Blicke besonderer Art“.

Wer durch das Haus geht, wer das Gebäude von außen betrachtet oder von einem oberen Geschoss auf die Dachlandschaft blickt, kann sehr gut nachvollziehen, was Willius gemeint hat.

Allerdings kommt in seinen Ausführungen auch zum Ausdruck, dass hier kein reiner Zweckbau entstehen sollte. Sehr schnell nach Eröffnung wurde klar, was dies für die Arbeitsabläufe im Haus bedeuten sollte: 

„Nicht der mechanische Ablauf der Wegstrecken, nicht die schnellste und geradeste Verbindung zwischen Speisesaal und Konferenzraum und Bettengeschoß ist Sinn und Ziel dieser Grundrisse. Gewiss, die Verbindungen müssen „funktionieren", jedoch nicht wie in einem Betrieb, der auf rationelles Arbeiten ausgerichtet ist. Das Gehen in diesem Haus muss auch immer ein „Sich-Ergehen", ein „Sich-Erbauen" sein können.“