Pädagogisch gut reagieren – mit Deeskalationstrainings

Frisch zertifizierte Deeskalations-Trainer sollen als „Multiplikatoren“ Kolleginnen und Kollegen ausbilden

Deeskalation statt Konflikt (c) AdobeStock
Deeskalation statt Konflikt
Datum:
Do. 27. Okt. 2022
Von:
Silke Graf

Kinder- und Jugendhilfe ist oft herausfordernd: Grenzüberschreitendes Verhalten, Aggressionen untereinander oder gegenüber Pädagoginnen und Pädagogen sind nicht selten. Eine gute Methode, dem zu begegnen, ist Deeskalation. 20 Pädagoginnen und Pädagogen aus unseren Einrichtungen haben kürzlich die umfangreiche Ausbildung zum Deeskalations-Trainer erfolgreich absolviert.

Deeskalations-Training liefert gutes „Handwerkszeug“

In aggressionsgeladenen Situationen entsprechend zu reagieren, ist eine Herausforderung, mit der Mitarbeitende in unseren Einrichtungen oft konfrontiert sind. „Erziehen heißt, auch mal Nein zu sagen,“ sagt Frank Wiedenmann, stellvertretender Heimleiter und Erziehungsleiter im St. Josephshaus. „Dieses Nein ist für manche Kinder und Jugendlichen schwer zu akzeptieren. Auch Streit ist etwas, das gelernt werden muss: Wie streite ich mich, ohne gleich aggressives oder herausforderndes Verhalten zu zeigen?“ erläutert er. Es gehe darum, in solchen Situationen, aber auch schon beim Entstehen von Konflikten deeskalierend einwirken zu können. Um kritische Situationen schon im Vorfeld zu erkennen, müsse man für Veränderungen in Mimik, Gestik oder Habitus der jungen Menschen sensibilisiert sein – und das Deeskalations-Training liefere das passende Handwerkszeug dafür. „Ganz wichtig ist immer,“ so Frank Wiedenmann weiter, „den jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen“.

Zertifizierte Trainerinnen und Trainer als Multiplikatoren fürs Kollegium 

20 Pädagoginnen und Pädagogen absolvierten seit Anfang 2022 das Deeskalations-Training, bestehend aus 4 dreitägigen Modulen sowie mindestens 40 Stunden praxisorientierter Arbeit. Durchgeführt wurde es „inhouse“ in Klein-Zimmern von ProDeMa, dem Institut für Professionelles Deeskalationsmanagement.

Die Theorie wurde dabei auf ein unverzichtbares Minimum beschränkt zugunsten maximaler Trainingszeit und praktischer Kompetenzvermittlung. „Die Ausbildung zur Deeskalations-Trainerin war sehr cool und bereichernd für meine Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen“, sagt Lena Heberer, Pädagogin der Tagesgruppe 6 in Offenbach. „Bereits durch die Kompetenztrainings im Bereich der verbalen Deeskalation konnte ich Konfliktsituationen im Tagesgruppen-Alltag frühzeitig erkennen und gezielter gegensteuern.“

Alle Teilnehmenden absolvierten erfolgreich die abschließende Prüfung und werden nun im nächsten Jahr als „Multiplikatoren“ die Kolleginnen und Kollegen in unseren Einrichtungen trainieren. „Meiner späteren Aufgabe als Multiplikatorin begegne ich mit Vorfreude und Neugier“, meint Lena Heberer.

Für die jungen Menschen in unseren Einrichtungen soll gleichzeitig ein „Coolnesstraining“ konzipiert werden. Das Lernziel: besser mit Konflikten umgehen zu können, ohne aggressives bzw. herausforderndes Verhalten zu zeigen oder auch Aggressionen anders zu kanalisieren.

 

 

Deeskalations-Trainer mit Zertifikat (c) e. V.