Mutter-Kind-Haus

Kurzinfo

  • Wohnangebot für Schwangere und junge Mütter (ab 12 Jahren) mit ihren Kindern
  • Anzahl der Plätze: 6
  • Gesetzliche Grundlage: Gemeinsame Wohnform für Mütter/Väter und Kinder nach § 19 SGB VIII

Ansprechpartnerin: Julia Bergmann

Bereichsleitung

Unser Leitsatz: Wir helfen Dir, es selbst zu tun

Unser Mutter-Kind-Haus ist ein Wohnangebot für Schwangere und junge Mütter auf ihrem Weg in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben gemeinsam mit ihren Kindern.

Unser Team besteht aus pädagogisch und medizinisch ausgebildete Fachkolleginnen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zusatzqualifikationen.

Unser Angebot

Wir beraten und unterstützen die Schwangeren und jungen Mütter beim Aufbau einer stabilen Mutter-Kind-Beziehung und bei der Gestaltung der eigenen Lebensperspektive. In regelmäßigen Gruppen- und Einzelgesprächen kümmern wir uns um alle wichtigen Themen:

  • Versorgung des Kindes und Aufbau einer positiven Mutter-Kind-Beziehung
  • Sicherung des Kindeswohls und Schaffung eines kindgerechten Wohn- und Lebensumfeldes, B. bei der Kita-Suche
  • Vermittlung von lebenspraktischen Fähigkeiten, B. Alltagsstrukturierung, Haushaltsplanung, Umgang mit Geld sowie Schuldenregulierung, Antragstellung für finanzielle Leistungen
  • Erstellen individueller Hilfepläne für ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben gemeinsam mit Kind
  • Planung einer schulischen bzw. beruflichen Ausbildung oder eines Wiedereinstiegs in den Beruf, B. bei Bewerbungen
  • Kontakt mit der eigenen Familie
  • Aufbau sozialer Beziehungen und Freundschaften
  • Stabilisierung der Persönlichkeit durch systemische Beratung und Hilfe zur Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte und –situation
  • Bei Bedarf: Vermittlung von Therapien

Wir arbeiten eng mit Spezialisten zusammen: Hebammen, Kinderarztpraxis, Krabbelstube, Ernährungsberaterin sowie einer Trainerin für PEKIP und altersgerechtes Spielen.

Lage und Ausstattung

Das Mutter-Kind-Haus ist ein freistehendes Mehrfamilienhaus in Offenbach-Bieber. Neben der Privatsphäre in den Mutter-Kind-Zimmern stehen zwei Wohn-Ess-Bereiche, Gemeinschaftsräume, ein Spielzimmer, zwei Küchen und ein großer Garten zur Verfügung.

Eine Bushaltestelle befindet sich direkt gegenüber. In der Nähe gibt es eine S-Bahn-Station, Einkaufsmöglichkeiten, Spielplätze und den Offenbacher Stadtwald.

 

„Sicherheit ist so wichtig wie ein Fundament für ein Haus“

Drei Bewohnerinnen berichten über ihre Erfahrungen im „MuKi“

Wie hat sich Euer Leben durch das „Mama-sein“ verändert?

„Als Isabella* geboren wurde, war ich anfangs ganz, ganz paranoid.“, berichtet Laura*. Sie war erst 14, als sie schwanger wurde und kam im 7. Schwangerschaftsmonat ins MuKi. „Vor kurzem ging ich noch zur Schule, jetzt sollte ich mich um ein Baby kümmern. Aber es war gar nicht so kompliziert: Wir sind ziemlich früh aufgestanden, sie hat gegessen, ich habe sie frisch gemacht, wir haben gespielt. Und Neugeborene schlafen viel.“, beschreibt Laura ihre Anfangszeit im Mutter-Kind-Haus. Jetzt wird Isabelle bald zwei. Je älter Isabella wurde, umso strukturierter sei alles gelaufen. Mit 9 Monaten kam sie in die Kita – und Laura begann ihre Ausbildung. „Das war kein Problem für mich. Ich war ja schon vorher regelmäßig arbeiten, um mein Taschengeld aufzubessern“, meint sie.

„Für mich war es nach der Entbindung sehr schwer“, erinnert sich die 22-jährige Eda*, die seit über einem Jahr mit ihrer Tochter hier lebt. „Frisch getrennt, hatte ich das Gefühl, ganz allein zu sein. Aber ich habe auch gleich die Verantwortung gespürt, die ich jetzt habe. Und als ich im MuKi aufgenommen wurde, fühlte es sich an, wie in einer Familie zu leben“, berichtet Eda. „Mama zu sein, ist ein Geschenk für mich: Mit meinem Kind zu kuscheln, für es da zu sein – das macht mich einfach glücklich.“ Eda hat gerade ihren Hauptschulabschluss gemacht. Sie hofft nun auf einen Ausbildungsplatz. Wenn sie Vollzeit arbeiten könnte, meint sie, hätte sie den längst bekommen. Aber sie will für ihr Kind da sein.

Melike* ist 23 und lebt mit ihrem Sohn Luc seit über zwei Jahren im MuKi. Sie freut sich sehr darüber, inzwischen wieder Kontakt zu ihrer Familie zu haben. Den hatte sie schon vor der Schwangerschaft abgebrochen. „Aber die Freunde von damals sind alle weg, weil man nicht mehr mit feiern gehen kann.“

Wie ist Euer Alltag im MuKi?

Melike* findet es sehr positiv, jetzt eine Struktur in ihrem Alltag zu haben: „Ich weiß, was ich zu tun habe: um den Kleinen kümmern, einkaufen, putzen. Mit den neuen Freundinnen aus dem MuKi gehen wir gemeinsam mit den Kindern schwimmen oder shoppen. Und einmal wöchentlich dürfen wir abends weggehen“, beschreibt sie.

Laura* hingegen hatte Schwierigkeiten, sich an die Regeln im Mutter-Kind-Haus zu gewöhnen: „Feste Aufsteh-, Essens- und Schlafenzeiten, so etwas kannte ich nicht. Das war eine massive Umstellung – aber man gewöhnt sich daran.“

Eda wiederum schätzt die Routinen im MuKi-Alltag sehr. „Die Regeln bringen Routine in meinen Alltag und machen ihn ganz leicht“, meint sie. „Das gibt mir ganz viel Sicherheit, so wie wenn man ein gutes Fundament hat, auf das man ein Haus bauen kann.“

Gibt es etwas, dass Ihr aus Eurer Zeit im MuKi für die Zukunft mitnehmen werdet?

Eda* schaut positiv in ihre Zukunft: „Ich habe Ziele und bin viel selbstbewusster als früher. Ich treffe meine eigenen Entscheidungen und lasse mich nicht mehr klein machen.!“, sagt sie.

Melike* ist der Einrichtung dankbar: „Die Betreuerinnen haben mir so viel geholfen: Anträge und Termine, bei Lucs Betreuung und vor allem dabei, die Probleme mit meiner Mutter zu klären.“

„Für mich war es ganz, ganz schwer hierher zu ziehen.“ betont die inzwischen 17-jährige Laura*. „Aber es ist auf jeden Fall schlau in ein MuKi zu gehen, wenn man planlos und überfordert ist. Ich würde es jeder jungen Mutter empfehlen – egal wie alt sie ist.“  

*Namen geändert