Die Zielgruppe

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In der Abteilung 2 der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule werden ausschließlich Schüler und Schülerinnen (SuS) mit Hochbegabung oder einer gemessenen Intelligenzdiagnostik in der Nähe der Hochbegabung unterrichtet (ab IQ 120). Zugleich haben viele SuS der Abteilung Leistungsschwächen, so dass die tatsächlich erbrachten Schulleistungen signifikant vom intellektuellen Potenzial (Hochbegabung) der SuS abweichen (Potenzial-Performanz-Diskrepanz). Darüber hinaus sind alle SuS der Abt. 2 mehr oder weniger von psychischen Problemen betroffen, die individuell sehr Verschiedenartig ausgeprägt sind (häufige Diagnosen sind: Störung des Sozialverhaltens, ADHS, Autismus, Asperger-Autismus, Autismus-Spektrum-Störung). In formaler Hinsicht kommt diese Problematik dadurch zum Ausdruck, dass nahezu alle SuS unter §35a (SGB, VIII) fallen und zudem alle vom Schulamt den sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich soziale und emotionale Entwicklung zugesprochen bekommen haben. Die für unsere Schülerschaft typische Kombination von Hochbegabung plus Leistungsschwächen und Einschränkungen im sozialen und emotionalen Bereich führt sehr häufig zu ganz erheblichen Schwierigkeiten in der Schule, im sozialen Miteinander und damit häufig einhergehend zu extremen Belastungen des familiären Systems

Die Typik dieser Schülerschaft wird häufig unter den Begriff der twice-exceptional-students subsumiert oder aber als Underachiever-Problematik bezeichnet. Alternativ dazu könnte man auch von problematisch-hochbegabten Schülern und Schülerinnen sprechen, SuS für die Hochbegabung unter bestimmten Bedingungen ein Risiko ist.

[Wichtige Begriffe: twice-exceptional-students, Underachiever, Hochbegabung, Potenzial-Performanz-Diskrepanz, sonderpädagogischer Förderbedarf]

Das schulische Angebot

In der Abt. 2 werden die Schüler und Schülerinnen (SuS) begabungsangemessen unterrichtet. In der Regel kommen die SuS unserer Schule vom Gymnasium und werden daher in der Abt. 2 von der fünften bis zur dreizehnten Klasse auf gymnasialem Niveau unterrichtet. Die Schule hat dafür ein schulinternes Curriculum auf der Grundlage des Kerncurriculums für Gymnasien entwickelt. Das Fächerangebot umfasst die Fächer: Deutsch, Geschichte, PoWi, Religion, Ethik, Englisch, Latein, Französisch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Sport, Werken, Kunst, Musik und Informatik. Unterrichtet wird in Kleingruppen unter Anleitung von Fachlehrern erteilt. Der Lehrer-Schüler Schlüssel ist 1 : 5, der allerdings in der Oberstufe etwas großzügiger praktiziert wird. Neben dem Hauptschulabschluss und dem Realschulabschluss bietet die Schule auch das Abitur an und verfügt mittlerweile über eine etwa zehnjährige Erfahrung in der Vorbereitung zum Abitur und der Prüfung unserer SuS. Zur Vorbereitung auf das Abitur besuchen die SuS die Oberstufe der Abt. 2, die etwa ein Drittel aller Schüler der Abteilung umfasst. Hier wird im Umfang von etwa 30 Wochenstunden auf die Abiturprüfung vorbereitet, die dann unter Aufsicht des Schulamts Gießen in Offenbach an der Albert-Schweitzer-Schule abgelegt wird.

Die Vernetzung der Schule

Die Schulabteilung 2 der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule arbeitet mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen. An erster Stelle ist freilich die Kinder- und Jugendhilfe des Schulträgers, das Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum, zu nennen. In der Regel werden die SuS der Schule sozialpädagogisch begleitet, und zwar, je nach Bedarf, entweder stationär, das heißt die SuS wohnen internatsähnlich in Wohngemeinschaften, die intensiv sozialpädagogisch betreut werden, oder ambulant, das heißt in Form von Tagesgruppen, die ebenfalls durch qualifiziertes sozialpädagogisches Personal angeleitet werden. Eine weitere Form der ambulanten Betreuung ist die Begleitung junger Erwachsener durch sozialpädagogische Betreuer. Die Abt. 2 kooperiert mit externen Psychologen und Psychotherapeuten, die auch das regelmäßig stattfindende Fallcoaching begleiten. Bereits seit einigen Jahren arbeitet die Abt. 2 (auf informeller Ebene) mit der Goethe-Universität in Frankfurt a.M, die in ihrem Lehrangebot regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Hochbegabung anbietet. In diesem Zusammenhang hospitierten in den vergangenen Jahren immer wieder Lehramtsstudierende und Pädagogen / Pädagoginnen an der Schule, um praktische Einblicke in die Arbeit mit problematisch-hochbegabten Schülern und Schülerinnen zu erhalten.