Tatort Liebe - Firmlinge begegnen den Werken der Barmherzigkeit

Diözesaner Firmlingstag in Mainz am 21. März 2016

Tatort Liebe 01 (c) Aaron Torner/BJA Mainz (Ersteller: Aaron Torner/BJA Mainz)
Tatort Liebe 01
Di 22. Mär 2016
Aaron Torner
Es ist schon gute Tradition, dass am Montag in der Karwoche viele hundert Firmbewerber/innen zum Firmlingstreffen nach Mainz kommen. So waren auch in diesem Jahr wieder etwa 600 Firmlinge aus dem ganzen Bistum zum Begegnungstreffen zusammen gekommen.
Tatort Liebe 02 (c) Aaron Torner/BJA Mainz (Ersteller: Aaron Torner/BJA Mainz)
Tatort Liebe 02

Passend zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit stand das Treffen unter dem Motto „Tatort Liebe". Zur gemeinsamen Einstimmung in der Kirche St. Stephan am frühen Nachmittag begrüßten Diözesanjugendpfarrer Mathias Berger und der Referent für Religiöse Bildung Aaron Torner die Jugendlichen und ihre Begleiter/innen. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, was Barmherzigkeit eigentlich ist und wie wir als Christen Barmherzigkeit leben können. Ein gutes Raster gaben dabei die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit entlang deren sich das nachmittägliche Workshop-Programm orientierte. Die Werke sind eine auf Bibelstellen aufbauende Zusammenstellung von praktischen Beispielen wie Barmherzigkeit aussehen kann. Und obwohl es sie schon seit mehreren hundert Jahren so gibt, haben sie von Aktualität nichts eingebüßt. Davon konnten sich die Firmbewerber/innen ein Bild machen.

Vielfältiges Workshop-Programm

Ob beim nachhaltigen Kochduell zum Werk „Hungrige speisen" oder ein Besuch in einer nachgestellten Zelle mit dem Schreiben eines Ostergrußes an Häftlinge zum Werk „Gefangene besuchen" - es gab einiges zu erkunden an verschiedenen Orten in der Mainzer Innenstadt. Die Angebote zu den einzelnen Werken der Barmherzigkeit waren vielfältig: mal aktiv wie bei Kooperationsspielen mit Wasser zum Thema „Durstige tränken", mal meditativ und musikalisch wie beim Werk „Tote bestatten", mal eher diskursiv wie in den Workshops zum Thema „Fremde behergen" oder kreativ wie beim Spontantheater „Nackte kleiden" oder interaktiv bei der Trostpflaster-Tombola („Kranke pflegen").
Einzelne vorgestellte Tatorte der Liebe gingen manch Teilnehmer/in unter die Haut. „Es war beeindruckend zu hören wie so ein Alltag im Gefängnis aussieht. Ich hoffe, dass meine Postkarte zu Ostern dem Häftling ein Lächeln schenkt" sagte beispielsweise ein Teilnehmer. Ein andere Teilnehmerin zeigte sich angetan von den tollen, kreativen und anregenden Umsetzungen der verschiedenen Werke beim Spontantheater: „Da kommt man schon ins Nachdenken, was man selbst tut oder tun könnte."

Missa Chrismatis im Dom

Von ähnlichen Erfahrungen, die „unter die Haut gehen", sprach auch Weihbischof Dr. Bentz in der anschließenden festlich gestalteten und musikalisch eindrucksvoll umrahmten Missa Chrismatis. Er knüpfte in dem Gottesdienst, in dem die Öle unter anderem für die Firmung geweiht werden, an die Themen der Workshops an, deutete das Osterfest als einen Tatort der Liebe Gottes und ermunterte die Firmlinge ihre Firmung als Sakrament der Stärkung zu erfahren, durch das sie befähigt und beauftragt werden selbst an Tatorten der Liebe aktiv zu werden.
So war der Firmlingsbegegnungstag mit der Missa Chrismatis wieder ein tolles Erlebnis für alle Teilnehmer/innen und viele der Firmlinge nahmen am Ende des Tages neben dem Gefühl einer großen Gemeinschaft auch zahlreiche Impulse zur Barmherzigkeit mit nach Hause wo bestimmt der nächste Tatort Liebe nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Tatort Liebe 03 (c) Aaron Torner/BJA Mainz (Ersteller: Aaron Torner/BJA Mainz)