Wie bei einem Familienfest

50 Jahre Schönstatt-Mannesjugend im Bistum Mainz

Weihbischof Dr. Markus Udo Bentz (mi) mit Kaplan Frank Blumers (li) und Pfr. Gerold Reinbott (c) Anne Etz (Ersteller: Anne Etz)
Weihbischof Dr. Markus Udo Bentz (mi) mit Kaplan Frank Blumers (li) und Pfr. Gerold Reinbott
Do 7. Jul 2016
Bernhard Gresch
„Es ist wie bei einem Familienfest - am Abend feiert die Jugend und am nächsten Tag kommt die Verwandtschaft dazu", stellte Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz am 26.06.2016 bei seiner Begrüßung auf dem Kapellchenfest im Schönstatt-Zentrum Rodgau-Weiskirchen fest.
Fackelläufer beim Einlauf ins Schönstatt-Zentrum (c) Anne Etz (Ersteller: Anne Etz)
Fackelläufer beim Einlauf ins Schönstatt-Zentrum

Es gab dafür einen guten Grund: das 50-jährige Jubiläum der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) im Bistum Mainz, die zum Feiern und zur Begegnung einlud.

Jugendliche und Ehemalige der Mannesjugend fanden schon am Samstagabend den Weg ins Schönstatt-Zentrum Weiskirchen. Sie begannen zum Einstieg mit einem Grillabend, bei dem sich die Gäste am Wiedersehen, Erzählen und der guten Verköstigung erfreuten. Unter ihnen waren nicht nur aktuelle und ehemalige SMJler aus den Diözesen Mainz und Limburg, sondern auch Vertreterinnen der Schönstatt-Gemeinschaft Mädchen/Junge Frauen (MJF) im Bistum Mainz, SMJler anderer Diözesen, Rainer M. Gotter (Standesleiter der SMJ in Deutschland) und Matthias Berger (BDKJ Präses und Diözesanjugendseelsorger des Bistums Mainz).

Damit sich nicht nur die Bekannten miteinander unterhalten, sondern auch ein Austausch zwischen den Generationen stattfand, bekam jeder Gast am Eingang ein Namensschild. Darauf war auch die Zahl des „Rings" vermerkt, dem derjenige angehört. Die Schönstatt-Mannesjugend der Diözesen Mainz und Limburg haben sich vor einiger Zeit zusammengeschlossen. Dort bestehen keine Kreise wie in den anderen deutschen Diözesen, sondern es gibt seit der Gründung „Ringe", die aus der Gemeinschaft Gleichaltriger bestehen und dort auch geistlich begleitet werden.

Nach dem Essen versammelten sich die ca. 60 Gäste im Foyer des Schönstatt-Zentrums. Die jeweiligen Vertreter der vergangenen einzelnen Jahrzehnte wurden gebeten, von den Highlights ihrer Zeit in der SMJ Mainz zu berichten. Den Zuhörern war ihr stetiges Interesse anzusehen, boten die Erfahrungsberichte der letzten 50 Jahre doch ganz Unterschiedliches: Die Ältesten konnten noch von persönlichen Begegnungen mit Pater Kentenich, dem Gründer der Schönstatt-Bewegung, und dem Bau des Schönstatt-Zentrums in Weiskirchen erzählen. Im Folgenden wurde die Erweiterung der SMJ Mainz zur SMJ Mainz und Limburg genauso erwähnt wie die Erarbeitung der fünf Säulen der SMJ (Apostolat, Mannsein, Lebensschule, Gemeinschaft und Liebesbündnis). Besonders geschmunzelt wurde über die Erkenntnis, dass Hirsebrei im Zeltlager auf keinen Fall angeboten werden sollte - es sei denn, es soll schon am dritten Tag aus Kapazitätsmangel eine neue Kompostgrube ausgehoben werden, da alle Kinder sich den Brei vor dem Küchenzelt abholten und hinter ihm wieder loswurden. Diese Lebenszeugnisse wurden an diesem Abend innerhalb kürzester Zeit zur spürbaren Mitte untereinander, die allen zeigte, dass der Weg als SMJ Mainz und Limburg im Bund mit der Gottesmutter bis jetzt Großes erreicht hat.

Als es dunkel wurde, zogen alle gemeinsam in Stille mit Fackeln zur Schönstatt-Kapelle, dem Heiligtum der Werktagsheiligkeit, um die Vigil zu feiern. Das dort bereitstehende Feuer wurde von den Fackeln entfacht. Neben der Kapelle war ein mannshoher Rahmen aus Holz in der Form eines Heiligtums aufgestellt und den Abend über wurde schon jedem angeboten, seinen Namen und das Jahr, in dem man zum ersten Mal das Liebesbündnis mit der Gottesmutter geschlossen hat, auf ein Schloss zu gravieren. Das Liebesbündnis ist in der Schönstatt-Bewegung die originelle Form für ein Leben aus dem Taufbündnis. Wer mit Maria das Liebesbündnis schließt, stellt sich in einem bewussten Glaubensakt unter den Schutz der Gottesmutter und ergreift ihre mütterliche Hand, um mit ihr gemeinsam durchs Leben zu gehen. Diese Schlösser wurden nun nach der Erneuerung des Liebesbündnisses von jedem Einzelnen an dem nachgebauten Heiligtum angebracht und die Schlüssel für die Schlösser durfte jeder der Gottesmutter in den danebenstehenden Krug werfen. Diese „Liebesbündnisschlösser" dienen als ganz persönliches Zeichen, dass der Bund zwischen der Gottesmutter und uns, egal wie lange er schon besteht, weiterhin Bestand hat. Sie sind Zeichen der gegenseitigen Treue und des gegenseitigen Vertrauens. Jeder ist berufen, sein Ja zu diesem Bund zu sprechen und besitzt dabei die Gewissheit, dass die Gottesmutter ihr Ja zu uns spricht. So war es ein prägendes Erlebnis an diesem Abend, den Bund zu erneuern und durch die „Liebesbündnisschlösser" auf eine besondere Weise zu besiegeln.

Danach ging es mit dem Feiern am Lagerfeuer weite. Die Gitarren wurden ausgepackt, die Stimmen geölt, gesungen und viel gelacht. Doch es wurde am Samstagabend nicht nur viel erzählt und sich ausgetauscht, sondern natürlich durften bei einem solchen Jubiläum die „Tatsachen-Beweise" nicht fehlen. Aus diesem Grund waren am Samstag und Sonntag mehrere Stellwände mit Fotos aus den vergangenen 50 Jahren der SMJ Mainz aufgestellt, die reges Interesse bei den Besuchern fanden.

Am Sonntagnachmittag durfte die Mannesjugend Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, der auch Bischofsvikar für die Jugendseelsorge ist, willkommen heißen. Er feierte zusammen mit ca. 350 Besuchern den Gottesdienst zum Kapellchenfest, dem Weihetag der Schönstatt-Kapelle, das unter dem Motto der diesjährigen Jahresparole der SMJ Deutschland stand: „Vom Herz geleitet, heute das Morgen prägen." Dazu brachte auch Herr Weihbischof Dr. Bentz ein „Liebesbündnisschloss" an, um seine Verbundenheit mit der Gottesmutter zum Ausdruck zu bringen.

Als weiteres Highlight ließen es sich Jugendliche der SMJ nicht nehmen, am Sonntagmorgen einen Fackellauf vom Mainzer Dom bis zum Schönstatt-Zentrum in Weiskirchen zu veranstalten. Kurz vor Beginn des Gottesdienstes trafen die Läufer mit der Fackel ein und wurden unter großem Beifall empfangen. Ihnen war es wichtig, ein sichtbares Zeichen zu setzen, damit sie schon heute das Morgen prägen und das Zeugnis - 50 Jahre SMJ Mainz - weiter tragen und auch in Zukunft lebendig werden lassen.

 

Ein Besucher bringt ein „Liebesbündnisschloss“ an (c) Anne Etz (Ersteller: Anne Etz)
SMJ beim Feiern am Lagerfeuer bis tief in die Nacht (c) Bernhard Gresch (Ersteller: Bernhard Gresch)