Stellungnahme der kfd Mainz zur neuen Instruktion "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde..."

(c) kfd Mainz
Datum:
Mi 19. Aug 2020
Von:
Gisela Franzel

Wir sind darüber entsetzt, dass mit der neuen Instruktion die alten Verkrustungen sich scheinbar wieder verhärten und die Klerikerdomäne wieder verstärkt wird.

Die aktuelle Instruktion aus dem Vatikan trifft uns als kfd im Bistum Mainz in besonderer Weise. Zum einen besagt sie, dass die von den Aktiven im Pastoralen Weg unseres Bistums geplanten Strukturen zu hinterfragen, ja ggf. von Rom zu genehmigen sind. Hier im Bistum sollen zwar große Verwaltungseinheiten gebildet werden; jedoch soll das kirchliche Leben vor Ort (d.h. in Kirchorten) lebendig gehalten werden. Viele unserer kfd-Frauen arbeiten bereits daran. Darüber hinaus bleibt die Leitungsverantwortung beim Pfarrer; geteilte Leitung von kompetenten Laiinnen und Laien wird danach nicht möglich sein. Die gemeinsame Verantwortung, die uns auch als Laiinnen und Laien durch das II. Vaticanum  zugesprochen wurde, kann so nicht in letzter Konsequenz wahrgenommen werden. Als kfd-Frauen übernehmen wir diese Verantwortung schon lange  – auch als fruchtbare Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen.

Bischof Kohlgraf spricht in seiner Stellungnahme ganz richtig von der Überforderung der Priester einerseits als auch von der zunehmenden Resignation vieler engagierter Laiinnen und Laien andererseits, deren Mitarbeit dringend gebraucht wird. Unsere stellvertretende Bundesvorsitzende Professorin Agnes Wuckelt betont, dass eine solche Umkehr – wie die Instruktion sie fordert -  in eine „weitere Abkehr“ führt. Ihrem Entsetzen können wir uns als kfd in Mainz nur anschließen. Wir stehen als kfd dafür ein, dass jede Christin und jeder Christ den Glauben und die eigene Berufung im Rahmen der Kirche gleichberechtigt leben und gestalten kann.

Genauso vertrauen wir als kfd-Mainz darauf, dass die Geistkraft Gottes beim Pastoralen Weg wirkt und gehen den Pastoralen Weg mit allen Beteiligten weiterhin mit. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Kirche nicht evangelisierend wirken kann, wenn sie die Zeichen der Zeit nicht erkennt.

Für das Diözesanleitungsteam

Susanne Winnekens-Udovic