Stellungnahme des kfd Diözesanverbandes Mainz

Yvonne Frische, Sprecherin (c) kfd Diözesanverband Mainz e.V.
Yvonne Frische, Sprecherin
Datum:
Fr. 28. Jan. 2022
Von:
Gisela Franzel

Die Ergebnisse des Münchner Missbrauchsgutachtens und die Reaktion des emeritierten Papstes Benedikt haben  bei uns Bestürzung und Erschütterung ausgelöst.

Wir sind  wütend, dass auch hier wieder deutlich wird, wie distanziert und verharmlosend in der Vergangenheit mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen umgegangen wurde.  Der Schutz der Kleriker stand vor dem Schutz der anvertrauten Menschen.

Bis heute ist es so, dass die Position der Kleriker mit einer Machtfülle verbunden ist, die ihnen einen unkontrollierten Handlungsraum ermöglicht.  Die einseitig auf Männer konzentrierte Leitungsform gehört der Vergangenheit an. Es braucht endlich eine radikale Veränderung im Hinblick auf die Beteiligung von Frauen in allen Ämtern und auf eine demokratische Struktur in unserer Kirche.

Wir fragen uns, was  geschehen muss, damit es einen tatsächlichen Neuanfang in der katholischen Kirche gibt? Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die Verantwortung dafür in die Hand zu nehmen und falsche Loyalitätspflichten hintenanzustellen.

Wir fordern,

  • dass die Würde der von Gewalt betroffenen Menschen in den Mittelpunkt kirchlichen Handelns gestellt wird.
  • dass die Verantwortlichen persönliche Konsequenzen aus ihrem Nichthandeln ziehen und ein deutliches Zeichen der Übernahme von Verantwortung setzen.
  • dass die Machtkonzentration auf die Kleriker beendet und ein neues Leitungsverständnis in der Kirche etabliert wird, das sich auf mehrere Personen verteilt und kontrollierbar ist.
  • dass es eine deutliche Positionierung der deutschen Bischöfe dahingehend gibt, dass die gravierenden Veränderungen, die unserer Kirche anstehen, endlich in die Tat umgesetzt werden.

Haben wir alle Mut!

Für das Diözesanleitungsteam: Yvonne Frische, Sprecherin