Tag der Diakonin in Mainz

Viele Frauen kommen zum Tag der Diakonin nach Mainz

Tag der Diakonin 2019 Mainz (c) Angelika Stehle kfd
Tag der Diakonin 2019 Mainz
Mo 29. Apr 2019
Gisela Franzel

Mit Vertreterinnen verschiedener kfd-Gruppen, Einzelmitgliedern und kfd-Verantwortlichen waren ca. 40 Frauen der kfd Mainz beim Tag der Diakonin 2019 in Mainz präsent. Sie waren beeindruckt vom Gottesdienst, der u.a. von Renate Flath, die theologisch-geistlichen Begleitern des Diözesanverbandes, Adelheid Roll und Susanne Winnekens-Udovic, Sprecherin des Diözesanverbands Mainz gestaltet wurde. Insgesamt hatten sich 260 Frauen um 17.00h in der Kirche St. Stephan in Mainz eingefunden.

Beim anschließenden Gang durch die Mainzer Altstadt riefen die Frauen immer wieder: „Lasst uns unsere Zukunft bauen – keine Kirche ohne Frauen!“

Sie griffen damit das Thema der sich anschl. Podiumsverstaltung "Macht Kirche zukunftsfähig" in der Akademie  Erbacher Hof auf. Damit haben der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in Mainz den Tag der Diakonin 2019 begangen. Im Mittelpunkt stand der diakonische Auftrag der katholischen Kirche.

Die Vizepräsidentin des ZdK, Dr. Claudia Lücking-Michel sagte: "Wir sind überzeugt, dass es ein erster notwendiger Schritt hin zu einer glaubwürdigen Kirche ist, Frauen genauso wie Männern - gemäß ihrer Berufung und entsprechenden Begabung - die Diakonatsweihe zu spenden. Nur mit Männern und Frauen im diakonischen Weiheamt ist unsere Kirche zukunftsfähig!"

Die Vorsitzende des Netzwerkes Diakonat der Frau, Irmentraud Kobusch, begründete die Forderung nach der Öffnung des Diakonenamtes auch für Frauen damit:

"Der Auftrag aller Christinnen und Christen zur Diakonie bildet sich auch im sakramentalen Amt ab. Dieser Auftrag bedeutet, dem Beispiel Jesu Christi zu folgen und Menschen in Freud und Leid zu begleiten. Diakonische Arbeit wird bis heute überwiegend von Frauen geleistet. Sie von diesem sakramentalen Dienst auszuschließen, lässt sich weder theologisch begründen, noch wird es dem Auftrag der Kirche gerecht."

Die Bundesvorsitzende der kfd, Mechthild Heil, erinnerte daran: "Die historischen und theologischen Argumente sind längst ausgetauscht. Nicht der Zugang von Frauen zum Amt der Diakonin ist begründungspflichtig, sondern ihr Ausschluss. Solange das diakonische Weiheamt Männern vorbehalten bleibt, schwächt dies die diakonische Kraft der Kirche und ihre Zukunftsfähigkeit. In absehbarer Zeit müssen im Zuge einer Öffnung des Amtes gemeinsame Ausbildungsgänge für Frauen und Männer realisiert werden."

Am Ende der Veranstaltung forderte die Präsidentin des KDFB, Dr. Maria Flachsbarth, im Namen der veranstaltenden Organisationen: "Die diakonische Sendung der Kirche muss von Frauen und Männern, Priestern und Laien gleichermaßen verantwortungsvoll getragen werden. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist nötig, damit die Kirche glaubwürdig und zukunftsfähig wird. Erneuerung kann nur gemeinsam erfolgen."

Unterstützt wurde die Veranstaltung außerdem durch den BDKJ Diözesanverband, den Caritasverband für die Diözese Mainz und den Katholikenrat des Bistums sowie das bundesweit tätige Forum Katholischer Theologinnen - AGENDA.

Initiiert wurde der "Tag der Diakonin" vor 22 Jahren vom KDFB. 1998 trat im Rahmen des Jubiläumskatholikentages in Mainz das Netzwerk Diakonat der Frau, das stetig wächst, erstmals an die Öffentlichkeit. Zuletzt traten ihm die Katholikenräte der Bistümer Mainz und Fulda bei.

Gisela Franzel

Quelle: kfd Bundesverband, Saskia Bellem