kfd Diözesanversammlung "gleich und berechtigt" in Bingen

Delegierte beraten und fordern Gleichberechtigung in der Kirche

KleingruppeDVMainz (c) Regina Hahn-Blaik für kfd Mainz
KleingruppeDVMainz
Sa 19. Okt 2019
Gisela Franzel

Die kfd-Frauen der Diözese Mainz trafen sich zur jährlichen Diözesanversammlung am 19. Oktober 2019 dieses Mal in der Stadt der Heiligen Hildegard von Bingen. Gastgeberin war die Binger Gruppe mit ihrer Sprecherin Dr. Ingrid Ackermann-Grüger. Das aktuelle Motto der Veranstaltung „gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche!“ zog viele an und versprach lebhafte Gespräche. Entsprechend dem Auftrag der Bundesversammlung „Werdet mutiger!“ ging es am Nachmittag in der gut besuchten Versammlung um das kfd-Positionspapier und der Beifall war groß, dass dieses Papier in der Bundesversammlung einstimmig verabschiedet worden war - unter Teilnahme von Vertreterinnen des Diözesanleitungsteams. Durchweg - und unabhängig vom Alter der Mitglieder - wurde spürbar, dass die Zeit reif ist für die Erneuerung der Kirche!

Am Vormittag blickte die Versammlung auf das vergangene Jahr zurück. Das Diözesanleitungsteam, seit einem Jahr im Amt, hatte im Vorfeld die Berichte über die Tätigkeit der Ausschüsse und des Leitungsteams an alle Mitglieder verschickt. Die Ziele, die das Leitungsteam auf seiner Klausurtagung im Frühjahr formulierte, lauteten: „Wir zeigen Profil. Wir sind erkennbar. Wir profilieren uns thematisch. Das machen wir bekannt.“ Entsprechend konnten die Gewählten mit ihrer Sprecherin Susanne Winnekens-Udovic über eine Reihe von Veranstaltungen berichten, die diesem Ziel dienten:

  • #MachtLichtAn! Klageandacht in Mainz mit der Forderung, verkrustete Machtstrukturen abzubauen und Licht ins Dunkel des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche zu bringen.
  • Teilnahme am Politikerinnen-Talk im Landtag anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland.
  • Die Ausstellung „Frauen hoch 12“, die auch ausgeliehen werden kann.
  • Bundesweiter Tag der Diakonin in Mainz mit dem Motto „Macht Kirche zukunftsfähig!“
  • Außerdem hatte das Diözesanleitungsteamfrühzeitig entschieden, die Aktion Maria 2.0 zu unterstützen, sowie mit der Gruppe aus Nieder-Olm zu kooperieren. Jeden ersten Samstag im Monat um 16.30 Uhr findet eine gemeinsame, öffentlichkeitswirksame Aktion unmittelbar am Mainzer Dom statt.
  • An der bundesweiten Aktionswoche im September beteiligte sich der Diözesanverband Mainz mit einer Veranstaltung auf dem Leichhof.

Außerdem stellte sich der Arbeitskreis „Politik und Gesellschaft“ der Versammlung vor.Er hatte sich aufgrund von Querschnittsthemen, insbesondere aber auch aufgrund des gesellschaftspolitischen Anspruchs im Verband gebukdet, vor drei Jahren auf Initiative von Margarte Brenner zusammen mit den Vertretreterinnen der Ausschüsse Hauswirtschaft und Verbraucherthemen, Frauen und Erwerbsarbeit und dem Landesfrauenrat Hessen gebildet. Hier wird diskutiert und überlegt, wie die wichtigen aktuellen Themen im Verband weitertransportiert werden können. Mehrere Veranstaltungen für das kommende Jahr plant der Arbeitskreis, z. B. eine Straßenaktion zum Equal Pay Day am 21. März 2020 in Mainz. Die kfd-Frauen in der Diözese Mainz und im ganzen Bundesgebiet wünschen sich eine katholische Kirche mit demokratischen Strukturen. Die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern soll sich in der Kirche widerspiegeln.

Freude kam auf, als Susanne Winnekens-Udovic aktuell aus den Diözesanen Räten berichtete, dass im Bistum Mainz eine Frauenkommission eingerichtet werden soll. Der Vorschlag dazu kam vom Diözesanleitungsteam, das Bischof Kohlgraf im Rahmen des Pastoralen Weges einen Brief mit Vorschlägen einer stärkeren Beteiligung von Frauen geschrieben hatte. 

Sicher trug auch der Ort der Tagung in Bingen dazu bei, dass an der Tagung die Überzeugungskraft der Frauen deutlich spürbar war. Die Heilige Hildegard von Bingen hatte bereits im 12. Jhdt. an diesem Ort mutig ihre Meinung gegenüber den mächtigen Kirchenfürsten geäußert und war damit nachhaltig und erfolgreich.

Die Versammlung fasste gemeinsam den Beschluss, dass der kfd-Diözesanverband Mainz weiterhin mit der Bewegung Maria 2.0 kooperieren wird und als Ziel die Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche verfolgt.

Den Abschluss bildete ein Wortgottesdienst, in dem die Gaben der heiligen Geistkraft „Liebe“, „Besonnenheit“ und „Kraft“ dazu ermunterten, mutig und beherzt auf dem Weg zu bleiben.

 

Regina Hahn-Blaik, kfd - Diözesanleitungsteam