Erster Erw8-Gottesdienst nach der Sommerpause

Ein bewegendes Musikerlebnis im Rahmen eines Gottesdienstes

Mo 2. Sep 2019
Steffen Bartenschlag

Am Sonntag, den 1. September fand um 8:00 Uhr der erste Erw8–Gottesdienst nach der Sommerpause in St. Gabriel statt. Einmal im Monat wird der traditionelle 8 Uhr Gottesdienst in der Kapelle St. Gabriel musikalisch besonders ausgestaltet. Zu Gast war dieses Mal der gemischte Chor „la cappella“ des Liederkranz 1903 Zellhausen. Unter der Leitung seines Dirigenten Ralf Emge, sangen die 20 Sänger*innen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Palestrina und Mendelssohn.

Und es wurde ein bewegendes Musikerlebnis in einem Gottesdienst in der die Musik deutlich überwog und Dekan Bockholt den Predigttext auf einen kurzen zum Evangelium des Tages passenden Text reduzierte. Am Klavier stimmte Thomas Gabriel die Gottesdienstbesucher musikalisch ein. Bei ihm wird jedes Lied aus dem Gotteslob zu einem besonderen Erlebnis. Und dann der Chor mit Felix Mendelssohn: „Richte mich, Gott“ und Palestrinas „Sicut cervas desiderat“.  Dieser Chor singt berührend, intensiv, fein ausgestaltet, homogen, ausgewogen mit guter Intonation und ausgefeilter Dynamik. Chorleiter Ralf Emge gibt dem Chor klare Impulse und der Chor geht nahezu tänzerisch mit, reagiert elastisch, so dass im Gesamtergebnis eine großartige Interpretation der Werke zustande kommt, die ergreifend wirkt und -es ist leider so abgedroschen- „Gänsehaut-Feeling“ erzeugt. Thomas Gabriel setzte noch ein musikalisches Glanzlicht und spielte zur Kommunion den 2. Satz aus der Pathetique von Ludwig van Beethoven.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch ein kleines Konzert im Vorgriff auf ein Konzertprogramm, das der Chor anlässlich seines 35jährigen Bestehens im November in Seligenstadt geben wird. Mozarts Kyrie in d-moll ist eine ausdrucksstarke Komposition und das war ohne Abstriche auch die Interpretation des Chores unter Leitung von Ralf Emge gemeinsam mit Thomas Gabriel am Klavier. Danach folgte von Mendelssohn aus dem Psalm 42 der Eingangschor: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir“ und der Schlusschor: „Was betrübt du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott!...“ Großartige Musik, großartig interpretiert, die Zuhörer sehnsuchtsvoll mitreißend. Danach gab es in bewährter Form Frühstück und Gespräch und man war sich einig, dass dies ein besonderer Gottesdienst war.