Hintergründiges

Bischof

Seit dem 1. Oktober 2016 gibt es im Bistum Mainz eine neue Stelle für Kirchenmusik. Thomas Gabriel, langjähriger Regionalkantor in den Dekanaten Offenbach, Rodgau und Seligenstadt, bekleidet die neu geschaffene Stelle des Kantors für Neue Geistliche Musik/Sozialmusik. Diese Stelle ist nicht an Regionen, sondern an das Bistum gebunden. Thomas Gabriel ist zwar dem Institut für Kirchenmusik zugeordnet, aber vernetzt mit dem Caritasverband des Bistums und insbesondere dem Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum (TKJHZ) in Offenbach. Sein Dienstsitz ist das ehemalige Kloster St. Gabriel in Hainstadt, welches in den letzten Monaten zu einem Musikzentrum umgebaut worden ist.
Dadurch wertet das Bistum den Status der Kirchenmusik auf, denn durch die Schaffung dieser Stelle ist eine neue, wichtige Facette der kirchenmusikalischen Arbeit hinzugekommen.
Wie ist es zu diesem weitreichenden Schritt gekommen?

Der Bereich der Neuen Geistlichen Musik innerhalb der Kirchenmusik im Bistum Mainz ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Durch geschickte Vernetzungen innerhalb der Bistumsstrukturen (Bischöfliches Jugendamt, Dommusik, Liturgiereferat usw.) haben sich neue Zielgruppen und große Synergieeffekte ergeben.
Jährlich gibt es hier zur Zeit:
• 2 Wochenenden Neue Geistliche Musik
• 1 Gospelworkshop
• Arbeitskreis NGM innerhalb der Werkwoche im Sommer
• Jugendsingwoche
• Gestaltung der Chrisammesse

Darüber hinaus:
• Arbeitskreis „Kontrapunkt"
• Bandleiterausbildung (4 Wochenenden im Jahr)
• Weitere Bistumsprojekte (z.B. Ministrantentag o.ä.)

Neue Formen durch Kooperation mit dem TKJHZ

In den letzten Jahren hat sich eine intensive Verbindung mit dem Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum (TKJHZ) in Offenbach ergeben. Durch die Zusammenarbeit mit dessen Geschäftsführer Peter Eckrich sind "ad experimentum" Projekte entstanden, die nicht mehr wegzudenken sind und sehr oft enge Schnittstellen mit dem Bistum haben, eigentlich sogar reine Bistumsprojekte sind.

Es gibt hier mittlerweile:

Ketteler Musiktage (seit 2010)
Diese Veranstaltung ist die "Mutter" der neuartigen Zusammenarbeit zwischen Kirchen-musik und Sozialarbeit.

Musikprojekte mit Kindern und Jugendlichen des TKJHZ
Diese Projekte waren meist integrativ:
Zusammenarbeit mit Gymnasien und Jugendchören aus dem kirchlichen Bereich führt die Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zusammen. Beispielsweise sind hier hier zu nennen die Oratoriumsprojekte: "Maria" und "Und dann war Licht"

Langzeitarbeitslosenprojekt " Broken Hartz"
Eine Vernetzung der Kirchenmusik mit dem Caritasverband, ebenfalls über das TKJHZ initiiert.

Musikzentrum St. Gabriel
Für die regelmäßig und immer stärker werdende Proben- und Projektarbeit wurde lange Zeit eine Immobilie gesucht, die mit dem ehemaligen Kloster St. Gabriel in Hainstadt gefunden wurde. Diese Immobilie wird nun dreifach genutzt:

• Durch Unterbringung einer Flüchtlingswohngruppe
• Durch Einrichtung einer Tagesgruppe des TKJHZ
• Durch Einrichtung eines Musikzentrums für Neue Christliche Musik mit therapeutischem Ansatz.

Mit dieser Immobilie, die seit einem halben Jahr für die Musik genutzt wird, ist eine Spielfeldmöglichkeit für das Bistum entstanden, die bereits jetzt stark nachgefragt wird.

Hier fanden und finden z.Zt. im Musikbereich statt:

• Chor- und szenische Proben für das Großprojekt "Daniel" auf dem Katholikentag in Leipzig
• Gottesdienste und Konzerte in alternativen Formen
• Kinderchorproben, entstanden aus dem Liederfibelprojekt für Grundschüler der Region
• Einzelunterricht für Schüler des TKJHZ und Jugendliche der Region
• Studioaufnahmen im neu errichteten Tonstudio (dieses Medium ist für junge Menschen sehr wichtig)
• Liederfibel St. Gabriel - ein Singprojekt für Grundschulen der Region

Die Arbeit wird von Mitarbeitern des TKJHZ geleistet, die dem Leiter des Zentrums, Thomas Gabriel, zugeordnet sind.

Dieses Musikkonzept (ermöglicht durch die Initiative des Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum TKJHZ) hat ein großes Zukunftspotenzial für die musikalisch-soziale Arbeit im Bistum. Die Initialzündung für die jeweiligen Projekte ist nicht die Musik, sondern das "soziale Engagement".

Durch diese umgekehrte Reihenfolge entsteht eine Energie, die auch "kirchenferne" Menschen anzieht.
KONSEQUENZEN

So erschien es konsequent, dass das Bistum diese Entwicklung, die durch intensive Anschubfinanzierung durch das TKJHZ und durch personelle Vorleistungen möglich wurde, übernehmen wollte. In diesem Bereich steckt ein riesiges Potenzial, da die junge Generation und verloren geglaubte soziale Schichten angesprochen und erreicht werden können.
Diese neue Kantorenstelle ist dem Institut für Kirchenmusik zugeordnet und verbleibt daher im bewährten Verbund der Regionalkantoren.
Fazit:
Mit den Räumlichkeiten St. Gabriel in Hainstadt steht der Kirchenmusik im Bistum Mainz für die religiöse, musikalische und spirituelle Arbeit und Aufgabe ein großes Angebot an Räumen und Ausstattung zur Verfügung. Hingewiesen sei hier neben dem Raumangebot samt Außenanlagen auch auf das Instrumentarium (Cembalo, Yamaha Flügel, Klavier etc.) und Ausstattungen wie Tonstudio oder Küche, sowie Übernachtungsmöglichkeiten für thematische ausgestaltete Seminare.

Nutzungsmöglichkeiten:
Natürlich steht das Kloster St. Gabriel allen kirchenmusikalischen Gruppen des Bistums für Probenwochenenden o.ä. zur Verfügung. Buchungswünsche und nähere Informationen richten Sie bitte an:
Musikzentrum St.Gabriel
Hauptstraße 6-8,
63512 Hainburg
Tel.: 06182/ 8206022
Fax: 06182/ 8945898

Thomas Drescher

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