Schmuckband Kreuzgang

Der Chorraum unserer Pfarrkirche

Altarraum-gesamt-jph (c) Prof. Johannes Peter Hölzinger
Prof. Johannes Peter Hölzinger, Bad Nauheim, gestaltete 1968-69 den Chorraum neu - Engelbert Müller, Villmar/Lahn, schuf nach seinen Plänen den Altartisch, die Tabernakelstele und die Ambonen. Seine Gedanken zum Umbau formulierte Herr Prof. Hölzinger so:
"Bei der Umgestaltung des Chorraums der 1904/1905 erbauten St. Bonifatius-Kirche verfolgte ich das Konzept einer Gesamtgestaltung des Chorraums, dessen Elemente aus weißem Marmor einen Dialog mit den Stilmerkmalen, den Bogenformen des neogotischen Innenraums eingehen. Aus der Halbform des gotischen Spitzbogens sind die Auskehlungen der Elemente abgeleitet, aus denen sich der Altar, die Tabernakel-Stele und die Ambonen zusammensetzen,
Der Altar im Mittelpunkt des Chorraumes wird in einer leichten Asymmetrie von der Tabernakel-Stele und den Ambonen umgeben. Eine Verdeutlichung des Altars als Mittelpunkt ist die Einbeziehung der Figurengruppen, die ehemals auf Podesten standen und auf den Hochaltar hinführten. Als Halbreliefs in die Chorraumwand eingelassen, umgeben sie jetzt zusammen mit der konkreten Gemeinde als "imaginäre Gemeinde" den Altar.

Die Figurengruppen intendieren einen weitergehenden liturgischen Bezug und eine Verbindung alter und neuer Gestaltungselemente: Die Figuren - Bürger, Heilige und Engel - führen in ihrem Status und ihrer Körperhaltung zur Mitte, zur frei stehenden Christusfigur hin.
Das bogenförmig fallende Gewand bildet mit den Konturen der Engelsflügel und dem von der Stele gefaßten Tabernakel eine weitere Zentralform. Mit dem entgegen kommenden Christus weist diese Gruppe über den weltlichen Kommuniogedanken zentraler Altarpositionen hinaus."

Die Heiligen Klara, Gertrud und Elisabeth (c) Foto J. Michalik
Die Heiligen Klara, Gertrud und Elisabeth
Bürger in der Kleidung um 1900 (c) Foto J. Michalik
Bürger in der Kleidung um 1900
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Altartisch-jph (c) Prof. Johannes Peter Hölzinger

An der Vorderseite des Altartisches erzeugt die leichte Versetzung der Altarelemente durch Licht und Schatten ein Kreuzmotiv.

Christusfigur-jph (c) Prof. Johannes Peter Hölzinger

Christus steht übergroß in der Mitte der Chorrückwand, flankiert von zwei Engeln. Seine Gewandform und Armhaltung bilden mit den Flügeln der Engel eine ovale Umgrenzung.

Tabernakel auf der Stele (c) Prof. Johannes Peter Hölzinger

In der Ausformung der Tabernakelstele  wird die Umgrenzung nach unten abgeschlossen. 

Petrus Canisius,  Augustinus, Franziskus (c) Foto J. Michalik
Petrus Canisius, Augustinus, Franziskus
Weitere Bürger aus der Zeit um 1900 (c) Foto J. Michalik
Weitere Bürger aus der Zeit um 1900
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Kruzifix im Altarraum von St. Bonifatius (c) Foto Brigitta Gebauer

Das Kruzifix hing früher im Pfarrhaus, wurde  in der Passionszeit als Anbetungskreuz benutzt und ist erst seit 1969 im Chorraum aufgestellt.

Die Weihe des neuen Altarraums vollzog Weihbischof Josef Maria Reuß am 12. Juli 1969. In den Altartisch wurden die neu gefassten Reliquien der Heiligen Magnus, Pankratius und Redempta übertragen, welche Bischof Kirstein 1905 in den damaligen Hochaltar eingesetzt hatte.