Impuls

Geschichte: nicht Zeit allein - Taten der Freiheit in der Zeit

Pfarrer P. Cheriyan (c) Verklärung Christi
Datum:
So. 5. Sep. 2021
Von:
Pfr. Prof. Dr. Cheriyan Menacherry CMI

Um Gott zu danken, muss man sich an Gottes Handeln in der Geschichte erinnern. Wie kann man Gott danken, wenn die Geschichte auch von Leid, Verfolgung, Kriegen und Naturkatastrophen geprägt ist? Eines ist sicher, das Leid ist nicht ewig. Angesichts des Leids blickt man voller Hoffnung auf Gott, um gerettet zu werden. Die Zeit allein ist keine Geschichte. Die Zeit, die mit Handlungen der Freiheit gefüllt ist, macht Geschichte. Wenn der Dschungel durch ‚Instinkt‘ wächst, werden die großen Städte durch die Freiheit erblühen. Selbst die Früchte der Erde, die alle Lebewesen einnehmen, dienen dem Wachstum jedes einzelnen Wesens und dem kollektiven Wachstum. Es sind nicht die Menschen, die ihrem Leben einen Sinn geben, sondern Gott. Als Gott die Menschen schuf, hat er die Geschichte in seine Handflächen eingraviert (Jes 49,16), und er hat diesen Sinn in das menschliche Herz gelegt. Gott ist wie ein Meisterarchitekt. Die Menschen müssen unter den wachsamen Augen des großen Architekten die Geschichte nach dem Gesamtplan aufbauen. In der Verklärung Christi gibt es eine Vorschau auf das, was nach dem Plan nicht nur mit dem Leib Christi, sondern mit allen menschlichen Körpern und dem gesamten Kosmos geschehen kann. Man kann Gott nur dann danken, wenn man auch durch die eigenen Leiden hindurch den endgültigen Plan Gottes sieht.

Liebe Pfarrgemeinde und Freunde, ich wünsche Euch allen ein schönes Erntedankfest und Pfarrfest!

Ihr Pfarrer
Pater Cheriyan