Impuls zur Advents- und Weihnachtszeit 2020

Liebesgebot mit Händen und Füßen in die Krippe

Weihnachtsgruß (c) Verklärung Christi
Datum:
Sa. 12. Dez. 2020
Von:
Pfr. Prof. Dr. Cheriyan Menacherry

Mit Liebe suchte Gott die verlorenen Menschen in der Welt ohne Vorbedingungen. Aus Liebe wollte Gott konkret bei den Menschen sein, indem er sich die menschliche Natur nahm, konkret durch die Inkarnation. Der Sohn wurde von seinem Vater zu den Menschen gesandt, um Füße und Hände zu nehmen: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte (Joh 3,16). Das Wort Gottes nahm Fleisch an, nahm den menschlichen Körper mit einem besonderen menschlichen genetischen Code von Maria, seiner Mutter, an. Gott sandte seinen einzigen Sohn mit einer bestimmten Absicht in die Welt.


Nächstenliebe ist Füße und Hände für die Liebe, sie ist auch Füße und Hände für das erste Gebot: Liebe deinen Gott. (Mt 22: 37-38; Deut 6,5). Eines ist dem großen Gebot, Gott zu lieben, innewohnend. So wie man Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieben musste (Mt 22,37-38; Deut 6,5), so muss das erste Gebot Füße und Hände nehmen, um den Nächsten wie sich selbst zu lieben und damit das zweite Gebot zu erfüllen (Mt 22,39; Lev 19,18).


In einem Gebet werden die Hände und Füße des Jesuskindes in der Krippe besonders gepriesen: Ich preise und verehre Deine zarten Glieder, und Deine zarten Hände und Füße. Nach dreißig Jahren Weihnachten spürt Jesus seine Liebe, seine Füße ziehen ihn hin, zu wem er liebt, er spricht und predigt mit Liebe, seine Liebesrede konkretisiert sich in der Nächstenliebe, in der er Kranke heilt, Betrübte tröstet, Sünder umarmt, Tote auferweckt.


Auch wenn die Nächstenliebe die Füße und die Hand des ersten Gebotes ist, wird das erste Gebot nicht durch das zweite wichtige Gebot, die Nächstenliebe, ausgelöscht oder verdrängt.


Wie wichtig das erste Gebot an sich ist und wie wichtig es ist, den Nächsten zu lieben, kann man im Leben Jesu erkennen. Oft war Jesus allein auf dem Berg, nicht nur um zu beten, oder besser gesagt, er war dort allein für ein echtes Gebet, um seinen Vater von ganzem Herzen zu lieben (Mt 22,37; Deut 6,5), um in die Liebe seines Vaters versunken zu sein. Diese entflammte göttliche Liebe nimmt durch die Hände Jesu konkrete Gestalt an.


Jesus ist auf den Berg gestiegen, um den Vater zu lieben, damit er sich herabbeugt, um den Söhnen und Töchtern des Vaters, den Brüdern und Schwestern Jesu, zu dienen und ihnen die Füße zu waschen. Nur der Vater kann uns zeigen, wer seine Kinder sind. Ohne die Liebe Gottes im Gebet kann man nicht alle Menschen als Brüder und Schwestern wahrnehmen.


Liebe Freunde und liebe Pfarrgemeinde! Ich wünsche Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gnadenreiches Neues Jahr 2021!