Schmuckband Kreuzgang

Christkönig

Zum Abschluss des Kirchenjahres feiern wir am Sonntag (24.11.) das Christkönigsfest

Christkönig: Die Skulptur befindet sich über dem Portal der ehemaligen Kathedrale St. Trophime in Arles, Südfrankfreich. (c) Katharina Wagner / www.pfarrbriefservice.de
Christkönig: Die Skulptur befindet sich über dem Portal der ehemaligen Kathedrale St. Trophime in Arles, Südfrankfreich.
Sa 23. Nov 2019
Markus Schenk

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres, am Sonntag vor dem ersten Advent, feiert die Katholische Kirche das Hochfest Christkönig. Das Bild scheint aus der Zeit gefallen: Jesus auf dem Herrscherthron, ein allmächtiger Himmelsfürst, der zur Erde zurückkehren wird, um über die Menschen zu herrschen.

Wir hören "König" und denken an Macht auf der einen, gehorsame Unterwerfung auf der anderen Seite. Sieht so das Königtum Gottes aus? Durch Jesus Christus haben wir sein anderes Verständnis von Königtum gelernt. Er ist ein König, der misshandelt und ans Kreuz geschlagen wird. Er ist König gerade durch das Kreuz: durch seine Hingabe für die Vielen.

Im Zeitalter von Demokratie und Gewaltenteilung kann diese Vorstellung schnell missverstanden werden: Hat uns die Geschichte nicht gelehrt, dass die Herrschaft eines Einzelnen nur selten friedlich endet? Eingeführt wurde das Fest von Papst Pius XI. im Jahr 1925. In politisch unruhigen Zeiten wollte Pius die Katholiken an den Herrschaftsanspruch Jesu erinnern und ihnen auf diese Weise Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken.

Wie wichtig das Christkönigsfest nur ein Jahrzehnt später werden sollte, konnte Pius XI. freilich nicht ahnen. In der Zeit des Nationalsozialismus entwickelte sich der Tag zu einem wichtigen Widerstandssymbol: Junge Katholiken nutzten die Feier, um sichtbare Zeichen gegen den Führerkult zu setzen. Im Rahmen des "Bekenntnistags der Jugend" zogen katholische Jugendverbände mit eigenen Fahnen und Uniformen durch die Städte.

Seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird Jesu Königswürde am 34. Sonntag im Jahreskreis gedacht, eine Woche vor dem ersten Advent. So endet das Kirchenjahr für alle Gläubigen mit einer optimistischen Note: Egal, wie schlimm es auf Erden auch zugeht, die Aussicht auf die Herrschaft des "guten Königs" Jesus bleibt.