Schmuckband Kreuzgang

Eine gute Ernte ist nicht selbstverständlich

Erntedank

Büttelborn, 06. Oktober 2019: Erntegaben vor dem Altar in der Büttelborner Pfarrkirche. (c) Markus Schenk
Büttelborn, 06. Oktober 2019: Erntegaben vor dem Altar in der Büttelborner Pfarrkirche.
Mo 7. Okt 2019
Markus Schenk

Zucchini, Birnen und Äpfel, Getreide und Kürbisse, Sonnenblumen, Trauben, Karotten, Nüsse und frisch gebackenes Brot – einmal im Jahr findet man diese leckeren Gaben an einem besonderen Ort: Am Altar in der Kirche.

An Erntedank danken wir Christen Gott für die Schöpfung und zeigen, dass wir uns durchaus unserer Abhängigkeit von der Natur bewusst sind. Die ersten Erntedankfeste in der katholischen Kirche sind uns aus dem dritten Jahrhundert nach Christus überliefert. Aber bereits aus vorchristlichen Religionen sind solche Feste bekannt. Sie waren Teil des Jahresablaufes bei den Griechen und Römern. Die Bedeutung von Erntedank hat sich über die Jahrhunderte stark geändert: Mit der industriellen Massenherstellung von Lebensmitteln sowie dem weltweiten Handel wurde das Bewusstsein für die Abhängigkeit von der heimischen Ernte inzwischen immer geringer - womit auch ein Bedeutungsverlust des Festes verbunden ist. Das Erntedankfest soll aber auch in der heutigen Zeit bewusst machen, dass Nahrungsmittel und eine gute Ernte nicht selbstverständlich sind. Gerade der Klimawandel, der sich auch auf unsere heimische Landwirtschaft auswirk, sorgt weltweit für starke Veränderungen.

Bewahrung der Schöpfung

Büttelborn, 06. Oktober 2019: Erntedank in der Büttelborner Pfarrkirche. (c) Markus Schenk
Büttelborn, 06. Oktober 2019: Erntedank in der Büttelborner Pfarrkirche.

Mit dem heute in weiten Teilen der Gesellschaft gestiegenen Umweltbewusstsein bekommen die Worte von der "Bewahrung der Schöpfung" eine völlig neue Bedeutung: Mittlerweile stellen viele Gemeinden an Erntedank den Umweltschutz oder die Entwicklungshilfe in den Vordergrund. An dem Tag wird auch an die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft appelliert. Während in der Büttelborner Pfarrkirche der Gottesdienst gefeiert wurde, eröffnete Papst Franziskus die Amazonassynode in Rom. Ein Schwerpunkt der dreiwöchigen Synode befasst sich auch mit der Umweltzerstörung in Amazonien und deren Auswirkung auf die dort lebenden Menschen.

Auch in diesem Jahr wurden Obst und Gemüse vom Hofladen Erna Massing, die Kartoffel von Familie Raiß und die schönen Sonnenblumen von Wasserschmidts Bauernlädchen gestiftet. Vielen herzlichen Dank dafür!

Diese Gaben geben wir wieder an die Diakonie in Groß-Gerau weiter, die sie für ihre Obdachlosenhilfe verwendet wird.