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Misiones: Provinz der roten Erde

Misiones ist die zweitkleinsten der 23 Provinzen Argentiniens und liegt im Nordosten des Landes im Grenzgebiet zu Paraguay und Brasilien. Typisch für die subtropische, hügelige Provinz ist die rote Erde. Bei Trockenheit dringt der Staub in die kleinsten Ritzen und bei Regen wirkt die rote Erde wie Schmierseife. Auch mit einem allradgetriebenen Fahrzeug ist es dann äußerst schwierig auf den vielen Erdstraßen voranzukommen. Umschlossen wird die Provinz von den beiden Flüssen Paraná und Uruguay. Im Urwald leben, außer ca. 3000 – 4000 Guaraní, auch noch eine Vielzahl an Tieren. Allerdings wird deren Zukunft durch das Eindringen der Menschen immer mehr bedroht.

In Misiones leben rund 1,1 Mio. Einwohner. Der größte Teil der Bewohner stammt von Einwanderern ab – darunter kamen viele aus dem deutschen Sprachraum. In der Hauptstadt Posadas leben rund 300.000 Menschen – in Oberá, der zweitgrößten Stadt in der Provinz rund 60.000. Oberá gilt als die multikulturellste Stadt Argentiniens. Hier sollen die Nachfahren von Einwanderern aus ca. 80 Nationen leben. Jedes Jahr im September wir in Oberá 10 Tage lang das Nationale Fest der Einwanderer (Fiesta Nacional del Inmigrante) gefeiert.

Hauptsehenswürdigkeiten in Misiones sind die Wasserfälle von Iguazú im Norden der Provinz, direkt an der Grenze zu Brasilien. Rund 275 größere und kleinere Wasserfälle stürzen sich im Halbkreis in die Tiefe – fast alle auf argentinischem Gebiet. Den schöneren Blick auf die Wasserfälle hat man von der brasilianischen Seite.

Im Jahr 1610 kamen die Jesuiten in diese Zone und gründeten sogenannte Reduktionen – Siedlungen in denen die indigene Bevölkerung ( die Guarani ) und die Missionare friedlich zusammen lebten. Dies endete im 1767 mit der Vertreibung der Jesuiten und der Versklavung der Guaraní durch die spanischen Machthaber. Zu den bekanntesten Reduktionen gehören San Ignacio Mini, Santa Ana und Loreto.

Neben dem Tourismus und der Holzindustrie, bildet die Landwirtschaft das wirtschaftliche Rückgrat von Misiones. Angebaut wird Tee, Tabak, Mais, Zitrusfrüchte, Ananas, Papaya und Avocados. Bekannt ist Misiones für den Anbau von Yerba. Der Yerbastrauch gehört zur Gattung der Stechpalmen. Aus seinen Blättern wird Mate gewonnen. Der Tee gilt als Nationalgetränk der Argentinier.

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