Schmuckband Kreuzgang
Pfarrer Günter Hasenbein beim Abschiedsgottesdienst am 28.Juli 2020 (c) Andrea Kipp

Katholische Pfarrei Butzbach trauert um Pfarrer Günter Hasenbein

Pfarrer Günter Hasenbein beim Abschiedsgottesdienst am 28.Juli 2020
Datum:
Sa. 16. Jan. 2021
Von:
Pfarrer Roßbach

In den späten Abendstunden des vergangenen Sonntags erreichte die Pfarrei Sankt Gottfried in Butzbach die traurige Nachricht, dass Herr Pfarrer Günter Hasenbein im Klinikum in Marburg verstorben war. Im morgendlichen Gottesdienst hatten die Gläubigen noch für den Schwerkranken gebetet, der noch am selben Tag sein Leben in Gott vollenden sollte.

„Gott und den Menschen dienen“, das war der Lebensinhalt des beliebten und geschätzten Seelsorgers, der am 16. November 1934 in Pommern geboren wurde. Seine Kindheit war überschattet vom Krieg, nach Kriegsende wurde die Familie aus der alten Heimat vertrieben. In Butzbach fanden Günter Hasenbein und seine drei Geschwister mit den Eltern ein neues Zuhause. Hier besuchte er die Schule und erlernte den Beruf des Schriftsetzers. Durch den Besuch des Abendgymnasiums konnte der junge Mann sein Abitur machen, um im Anschluss daran ins Mainzer Priesterseminar einzutreten. Nach Abschluss des Studiums der katholischen Theologie in Mainz und in Graz, wurde Günter Hasenbein am 28. Juli 1963 im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Nach der Kaplanszeit in Mainz-Hechtsheim und in Darmstadt folgte die Tätigkeit in der Klinikseelsorge an den katholischen Kliniken und der Uniklinik in Mainz. Schließlich wurde er Pfarrer von Budenheim, um von dort in die mittelhessische Diaspora nach Grünberg zu wechseln. Nach 38 Jahren im aktiven priesterlichen Dienst, kehrte er 2006 in seine ehemalige Heimatgemeinde Butzbach zurück, um hier gemeinsam mit seiner Schwester den Lebensabend zu verbringen. Wie bei vielen seiner Mitbrüder, so glich auch bei Pfarrer Hasenbein der Ruhestand eher einem Unruhestand. Sein seelsorglicher Einsatz in der Pfarrei Butzbach und darüber hinaus, umfasste regelmäßige Aushilfen und Vertretungen. Besonders im ehemaligen Pfarr-Rektorat St. Michael in Fauerbach konnte er dafür sorgen, dass an Sonn-und Feiertagen die Feier der Gottesdienste möglich war. Durch sein ruhiges und zurückhaltendes Wesen und nicht zuletzt durch seine geistreichen Predigten, hatte Pfarrer Hasenbein Zugang zu den Herzen der Menschen.

Ein schwerer Einschnitt in seinem Leben war der Tod seiner Schwester, der mit ein Grund war, in eine Wohnung in einem Seniorenheim in seiner letzten Pfarrei Grünberg zu ziehen. So verabschiedete sich Pfarrer Günter Hasenbein an seinem Weihetag am 28. Juli 2020 in einem Gottesdienst und beim anschließenden Umtrunk von den Menschen, die er in den letzten Jahren in Butzbach und Fauerbach seelsorglich begleitet hat. Alle, die zu seinem Abschied gekommen waren, fanden bewegende Worte des Dankes und der Anerkennung. Noch zum Weihnachtsfest meldete er sich mit Glück- und Segenswünschen bei vielen Gemeindemitgliedern, nicht ahnend, dass es ein letzter Abschiedsgruß sein würde.

Es war der Wunsch des Verstorbenen, dass das offizielle Requiem in seiner letzten Pfarrstelle in Grünberg gefeiert wird. Die Beisetzung selbst wird an der Seite seiner Schwester in Butzbach erfolgen. Angesichts der hohen Wertschätzung, die wir Pfarrer Hasenbein entgegenbringen, ist es umso bedauerlicher, dass die Zahl der Teilnehmer beim Requiem und bei der Beisetzung auf ein Minimum begrenzt bleiben muss. Daher wird die Pfarrei Sankt Gottfried im Nachgang der Beisetzung einen Trauergottesdienst feiern, um wenigstens einem Teil der Gläubigen die Möglichkeit der Verabschiedung zu ermöglichen. Wir gedenken des Verstorbenen im Gebet und in der Feier der Eucharistie und wollen uns seiner in Dankbarkeit erinnern