Schmuckband Kreuzgang

Gegen Terror, Hass & Antisemitismus

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Datum:
Fr. 31. Mai 2024
Von:
Christa Richter

Eine Initiative des Pfarrgemeinderates von Heilig Geist Arheilgen


Seit dem terroristischen Großangriff der Hamas auf Israel und der dadurch ausgelösten militärischen Reaktion in Gaza haben auch in Deutschland antisemitische Ausbrüche in erschreckendem Ausmaß zugenommen. Viele unserer jüdischen Mitbürger sind tief verunsichert. Sie warten auf Zeichen der Verbundenheit.

Als christliche Gemeinde sehen wir uns durch diese Situation herausgefordert.
Der Antisemitismus hat auch in der Schuldgeschichte des Christentums eine Wurzel. Und als in Deutschland unermessliches Leid und millionenfacher Tod über die Juden gebracht worden ist, haben allzu viele auch in den Kirchen geschwiegen und weggeschaut.
Wir wollen deshalb in der gegenwärtigen Situation der Bedrängnis mit dieser Stellungnahme und einem Aufruf zum Gebet an unserem Ort und im Rahmen unserer Möglichkeiten unsere Solidarität zum Ausdruck bringen: Wir fühlen uns den Jüdinnen und Juden, die in Israel brutal angegriffen worden sind und die auch in Deutschland in Bedrängnis geraten, verbunden. Diese Verbundenheit wird nicht geschmälert, wenn wir zugleich unser Mitgefühl mit dem Leiden der Palästinenser in Gaza bekunden.
In der Haltung und Hoffnung, dass auch scheinbar kleine Zeichen ihre Wirkung haben und einen Unterschied machen können, erinnern wir an das Friedensgebet, das von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirche jeden Montag auf dem Kapellplatz veranstaltet wird und rufen zur Teilnahme auf. In unserer Gemeinde Heilig Geist in Arheilgen wird an allen Sonntagen beginnend mit dem ersten Advent ein eigenes Gebet in den Gottesdiensten gesprochen werden. Es wendet sich an den „Gott Abrahams , Isaaks und Jakobs“, den die abrahamitischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, gleichermaßen als den Gott und Vater aller Menschen bekennen:

„Gott Abrahams , Isaaks und Jakobs,
wir klagen dir das Leiden deiner Kinder in Israel,
die Toten und Verletzten, die Entführten, Traumatisierten und Verzweifelten,
allen Schmerz und alle Tränen.
Du hast uns Menschen als dein Ebenbild erschaffen.
Wir klagen dir den Hass und die Verblendung,
im anderen den Bruder und die Schwester nicht mehr zu erkennen,
Vorurteile und Feindschaft,
die zerstörerisch in unserer Gesellschaft wirken
und auch die Gleichgültigkeit,
die an der Not des Nächsten vorübergeht
und schweigt.
Wir bekennen dich als Gott des Friedens und der Gerechtigkeit,
als den Gott unserer Hoffnung.
Du bist in unseren Klagen.
Den Trauernden bist du nahe.
Du wirkst in allen Menschen guten Willens,
in denen, die sich um Versöhnung mühen,
den Friedensstiftern.
Steh du uns bei.
Schenke Frieden.
Du Gott der ganzen Welt.