Schmuckband Kreuzgang

Lied des Monats

Lied des Monats - Gotteslob (c) pixabay
Lied des Monats - Gotteslob
Datum:
Fr. 31. März 2023
Von:
Christa Richter

Im Liturgiekreis kam die Idee auf, einen Zyklus „Lied des Monats“ zu etablieren. Die Idee ist, das Lied an den jeweiligen Sonntagen eines Monats in der Liturgie einzubauen und sowohl musikalisch als auch inhaltlich zu thematisieren.

Für den Monat Februar wurde das Lied „Zeige uns Herr, GL 272 ausgewählt.

 

Ein recht junges Lied ist "Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte", das für den Katholikentag 1982 in Düsseldorf entstanden ist. Bei diesem Lied handelt es sich um ein gesungenes Gebet.

Der Text stammt von dem Theologen und Germanisten Raymund Weber (geb. 1939).

Der Verfasser hat den Text ursprünglich auf die Melodie eines skandinavischen Liedes von Anders Joel Rundt (1879-1971), für das ein deutscher Wortlaut gesucht wurde, angepasst.

Die „Arbeitsgruppe Lieder zum neuen Gotteslob“ übernahm zwar den Text, aber nicht die Melodie von Rundt.Weber´s Text wurde mit einer alten barocken Melodie aus dem Hallenser Gesangbuch von Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739) verbunden.

Die Melodie weist die typischen Merkmale barocker Musik auf.

Trotz des eher nachdenklich stimmenden Inhalts und Melodieführung, ist das Lied zügig zu spielen, damit jeweils vier Takte auf einen Atemzug gesungen werden können.

Der Text selbst ist relativ klassisch angelegt:

Die Themen reichen von der Bitte um Erhörung der Gebete und die Sendung des Heiligen Geistes (1. Strophe), über die Hoffnung auf das Wachsen des Gottesreiches auf Erden (2. Strophe) bis hin zum erneuten Ruf zur Umkehr, wenn Menschen sich in Leid und Schuld verstricken (3. Strophe).

Obwohl der Liedtext durch die traditionellen Themen der Fastenzeit mitunter recht altbacken daherkommt, wirkt die Melodie im Dreivierteltakt sehr beschwingend. Es scheint, als wolle die Melodie die Schwere des Textes einigermaßen mildern. Sie weckt damit die Hoffnung, dass auch die österliche Bußzeit trotz Umkehr und Bekehrung getragen ist von Gottes lebensspendender Kraft, die gerade aus der Umkehr erwächst.

Dieses Lied zählt sicher nicht zu den einfachsten im Gotteslob, aber aufgrund seiner Qualität in Wort und Ton ist es wert in und von der Gemeinde gesungen zu werden.