Schmuckband Kreuzgang

Mut zum Aufbruch - Der neue Pfarrer stellt sich vor

Pfarrer Stefan Schäfer (c) Stefan Schäfer
Pfarrer Stefan Schäfer
Mo 6. Jul 2020
CR

Ganz in den Anfängen nannten sich die Christen einfach nur die „Leute des Weges“.

Die Apostel wanderten von Stadt zu Stadt. Mit leichtem Gepäck, wie es der Herr ihnen aufgetragen hatte.

Und in den Gemeinden herrschte ein Geist des Aufbruchs.

Das ist lange her.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat vor mehr als 50 Jahren noch einmal an die Anfänge anzuknüpfen versucht.

Es spricht von der Kirche als „pilgerndem Gottesvolk“.

Mit Papst Franziskus hat sich bei manchen die Hoffnung verbunden, dass der über Jahrzehnte verdrängte Impuls des Konzils doch noch zu einem Aufbruch werden könnte.

Für das Bistum Mainz hat Bischof Kohlgraf das Bild vom „pilgernden Gottesvolk“ aufgegriffen und den sogenannten „pastoralen Weg“ initiiert, der, wie er schreibt „sowohl auf die gesellschaftlichen Bedingungen eingehen muss als auch auf die Frage, was die Menschen heute von der Kirche brauchen“.

Ob der Funke überspringt, wird sich wohl daran entscheiden, wie ernst diese Frage genommen wird: ob die Bemühungen um eine Reform von Strukturen auf dem „pastoralen Weg“ von einem wirklichen Interesse an denen getragen sind, die für sich und ihre Anliegen schon lange keinen Raum mehr in der Kirche sehen.

Lässt sich die Kirchenleitung, lassen sich die Gemeinden durch die „Anderen“, am Rand des kirchlichen Lebens oder „draußen“, ernsthaft in Frage stellen und herausfordern?

 

„Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.“

Dieses Wort des verstorbenen Bischofs von Aachen, Klaus Hemmerle, ist mir vor vielen Jahren zum ersten Mal begegnet. Ich finde darin konzentriert zum Ausdruck gebracht, worum es uns in unseren Gemeinden gehen soll: Im ständigen Aufbruch aufeinander zu und auf die hin, die am Rand stehen, Zeugnis von unserem Glauben zu geben, den wir nie als fertigen Besitz haben, sondern nur, indem wir ihn im Dialog ins Spiel bringen und manchmal auch auf´s Spiel setzen.

 

Nach 20 Jahren, in denen ich gerne in Mainz gelebt und gearbeitet habe, mache auch ich mich selbst noch einmal auf einen neuen Weg und wage einen Aufbruch.

Ich freue mich auf die Begegnungen, auf neue Themen und Herausforderungen in den Darmstädter Gemeinden.

 

Pfarrer Stefan Schäfer