Montagmorgen

Zugverspätung

Guten Morgen, Fidelis (c) Pfarrei St. Fidelis
Guten Morgen, Fidelis
Mo, 5. Nov 2018
Andreas Backert

Es ist Montagmorgen, die Bahn verspätet sich in Richtung Darmstadt zunehmend mehr und das schenkt mir die Zeit, zu schauen, was diese Fideliswoche mit sich bringen wird. Das spannende an St. Fidelis ist für mich, dass ganz vieles eben nicht planbar ist, sondern die meisten Dinge spontan passieren und ich dann darauf achten muss, dass die Geplanten nicht ins Hintertreffen geraten.

Zum Beispiel heute morgen rief mich noch am Bahnhof die Kollegin von der Darmstädter Tafel an und bat um Unterstützung durch unser Büro. Es reicht noch morgen zu den regulären Öffnungszeiten. Gut. Auch für sie gut zu wissen, dass in dringenden Fällen auch außerhalb der Bürozeiten Unterstützung da ist.




Also, zur Wochenplanung: Das Kirchenjahr bietet uns in dieser Woche den wohl berühmtesten Heiligen der Kirchengeschichte an (ok, zumindest den Populärsten): St. Martin.

So feiert unsere Kita die selbstlose Tat dieses Mannes am Freitag, den 09. November um 17 Uhr mit einer kurzen Andacht in der Kirche und dem anschließenden Martinsumzug rund um unsere Kirche.

Da in Familien gerne auch mehrere Martinsumzüge begangen werden, möchte ich auf den Umzug der Paul-Gerhard-Gemeinde am Mittwoch, den 14. November um 17 Uhr hinweisen.




Am Dienstag findet der Projektauftakt zur Nacht der Kirchen statt. Am 14.06.2019 wird auch unsere Kirche sich in die Nacht hinein öffnen. Ich bin mal gespannt, was uns so als Programmideen einfallen wird.




Die Woche steht auch im Zeichen der Vorbereitung für den internationalen Gottesdienst am Sonntag, 11.11. um 12 Uhr. Zusammen mit den Schwestern und Brüdern der Gemeinden aller Muttersprachen begehen wir St. Martin einmal scheinbar „verkehrt herum“. Wir teilen nämlich keinen Mantel, sondern nähen einen Mantel aus verschiedenen Stoffen aus aller Herren (und Damen) Länder zusammen. Einen Mantel für den Altar, jenen Tisch, der uns über alle Grenzen hinweg zusammenbringen will. Es wird ein buntgemischter, kreativer und sicherlich auch sehr spontaner Gottesdienst, da die Vorbereitung einer solchen gemeinsamen Feier natürlich nicht immer „aus einem Guss“ ist. Aber das zeigt ja auch wie vielfältig Glaube sein darf - und vielleicht kann sich der Heilige Geist in nicht ganz so festen Strukturen ja leichter entfalten. Wer weiß...




Dass die Kirchenheizung leider letztes Wochenende defekt war, lässt mich etwas den Atm anhalten, aber ich hoffe und irgendwie vertraue ich auch darauf, dass sie wieder in Schuss gebracht wird.




Dankbar bin ich für die Spontanität mit der solchen Situationen begegnet wird. So haben wir zum Beispiel unseren Gottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen spontan ins Pfarrheim gelegt. Es war eng und gemütlich und es kam ein echtes Gefühl von Gemeinschaft auf. Mehr, als wenn wir alle versprengt und jeder für sich in der Kirche gesessen hätten.




Dankbar bin ich auch für die Begegnungen, die sich durch solche Erlebnisse ergeben. Mal etwas anders machen heißt Raum für Gott schaffen. Das nehme ich gerne aus der Erfahrung mit und freue mich dennoch sehr, wenn die Kirchenheizung wieder ihren Dienst aufnimmt.







Ich wünsche Ihnen eine gute und segensreiche Woche mit vielen Anders-Momenten,




Ihr Andreas Backert




PS. Zu St. Martin trage ich schon seit einiger Zeit den Gedanken mit mir rum, dass der Heilige Martin ja seine gute Tat getan hat, bevor er Christ wurde. Dass für die Begegnung mit Christus nicht das Bekenntnis, sondern die Nächstenliebe das Kriterium ist. Ein Gedanke, den ich gerne mitnehme, wenn ich die vielen bekenntnisfreien Aufrichte-Orte bei uns im Pfarrgebiet besuchen gehe... Dankbar.