Neue Hauptamtliche für St. Fidelis, Darmstadt

Johannes Gans und Andreas Backert an Bord

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So 13. Aug 2017
Andreas Backert

Seit März 2017 ist mit Pfarrer Johannes Gans ein neuer Seelsorger für St. Fidelis beauftragt. Da Pfarrer Gans mit halber Stelle weiterhin im Klinikum Darmstadt GmbH als Klinikseelsorger bestellt bleibt, ist mit Pastoralreferent Andreas Backert im September 2017 eine gute Ergänzung hinzugekommen. Auch Andreas Backert ist mit halber Stelle im Klinikum Darmstadt bestellt, so dass sich unsere Pfarrei zukünftig auch mit der Klinikseelsorge intensiv verbunden wissen wird.

Pfr. Johannes Gans

Pfarrer Johannes Gans (c) privat
Pfarrer Johannes Gans

„Ihr seid von Gott geliebt …“ (Kolosserbrief 3, 12-17): Dieses Wort ist mir schon lange wichtig, in meinem Dienst als Krankenhaus-Seelsorger ist es eine Quelle der Kraft und des Getragenseins. Ich bin angefragt als Mensch, der sich geliebt weiß und so immer neu den Blick wagen darf auf Menschen, die mir begegnen in ihrer Angst, Not und Trauer; in ihrem Gefühl, von Gott verlassen zu sein, aber auch in ihrer kraftvollen Hoffnung und Dankbarkeit für Gottes Wegbegleitung.

In den Begegnungen im Krankenhaus bringe ich oft nur mich selbst mit und damit meine eigene Angst und Ohnmacht. Ich erlebe es als tiefe Bereicherung, gerade auch über den binnenkirchlichen Bereich hinaus, die Gegenwart Gottes (Ich-bin-da) in der Begegnung mit den Menschen zu spüren und auch zu feiern. Wesentlich zu meinem priesterlichen Dienst gehört, dass ich versuche, in Untiefen und Abgründen Wegbegleitung zu geben und dass ich im Namen Gottes in wundervoller Weise Versöhnt-Sein zusprechen und schenken darf. Dazu gehört auch, dass ich selbst verletzbar bin und immer wieder auch ein hohes Maß an Schuld und Versagen der Kirche aushalten und anhören muss. Ich bin dankbar für die Erfahrung von ökumenischer Weite und Freundschaft und sehe dies als Gabe und große Aufgabe für die Zukunft. „Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut und Geduld, denn Ihr seid in Gottes Gnade.“ (Kolosserbrief)

 

aus: http://priester-im-bistum-mainz.de/in-begegnungen-gott-spueren/

Pastoralreferent Andreas Backert

Pastoralreferent Andreas Backert (c) privat
Pastoralreferent Andreas Backert

„Meine Regenjacke drückt gut aus, wie ich pastorales Handeln verstehe“, sagt Andreas Backert. „Rausgehen – aus Gewohnheiten, Kirchen, Pfarrzentren, ohne Scheu vor ,Wind und Wetter‘.“

„Wir werden nicht nur zu denen gesendet, die immer im Gottesdienst sind“, betont Backert. Und er findet es spannend, „wie oft man außerhalb der Kirche auf Menschen trifft, die am Reich Gottes mitarbeiten, die sich um andere kümmern, die sich engagieren, die Menschen Erfahrungen ermöglichen“. In Ober-Eschbach, wo er als Pastoralassistent eingesetzt war, habe die Gemeinde zum Nikolaustag allen Institutionen und Vereinen einen Schokoladen-Nikolaus geschickt und sich bei ihnen bedankt. „Es hat die Leute verwirrt, dass ihnen die Kirche etwas gegeben hat, ohne es mit einer Erwartung zu verbinden“, erzählt er.

„Unsere Formen passen oft nicht mehr in die Zeit“, meint Backert. Haupt- und Ehrenamtliche müssten sich der Frage stellen: Wie können wir 2017 Nachfolge Jesu leben, uns von seiner Botschaft anstecken lassen und andere damit anstecken? Das könne bedeuten, liebgewordene Ausdrucksformen vertrauensvoll loszulassen. „Nicht selten äußern dann langjährige Ehrenamtliche die Angst, sie hätten es 30 Jahre lang falsch gemacht. Aber darum geht es nicht. Der Glaube entwickelt sich weiter, ich entwickle mich weiter. Bei einem Umzug nehme ich ja auch nicht mit, was in die neue Wohnung nicht passt.“ Zustimmendes Nicken bei seinen Kolleginnen und Kollegen, als er betont: „Kirche kann nur ausstrahlen, „wenn wir mit Freude tun, was wir tun.“

Andreas Backert geb. Vaerst (35), verheiratet, zwei Kinder, aufgewachsen in Seeheim-Jugenheim, St. Bonifatius; Pastoralassistent im Praktikum in der Pfarrgruppe Klein-Winternheim, seit 2015 Pastoralassistent im Pfarreienverbund Erlenbach/Eschbach, nun Einsatz im Pfarreienverbund Darmstadt-Innenstadt und in der Krankenhausseelsorge.

 

aus dem Interview mit der Kirchenzeitung "Glaube und Leben" kurz vor der Sendung 2017